Grenzen für Menschen mit Behinderungen öffnen

Forschungskooperation zwischen der Diakonie Rosenheim und dem Center for Social Health & Innovation am MCI | Verbesserung der grenzüberschreitenden Versorgung erwachsener Menschen mit Behinderungen in Bayern und Tirol

 

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Ganz im Namen des EU-Förderprogramms ‚INTERREG Österreich – Bayern 2014-2020‘ wollen die „Diakonie Rosenheim“ und das „Center for Social & Health Innovation“ des „Management Centers Innsbruck“ (MCI) ihre beispielgebende Zusammenarbeit dafür nutzen, um das Leben für Menschen mit Behinderungen „gemeinsam grenzenlos zu gestalten“. Ziel ist die sozialraumorientierte und inklusive Teilhabe von erwachsenen Menschen mit Behinderungen in den Bereichen „Arbeit / Bildung“, „Wohnen“ und „Freizeit“ in der Grenzregion ‚Bayern – Tirol‘ zu verbessern.

In der Grenzregion ‚Bayern – Tirol‘ sind eine nachfrageorientierte Versorgung sowie das Wunsch- und Wahlrecht für Menschen mit Behinderungen oft schwierig zu erreichen, obwohl die UN-Behindertenrechtskonvention die Aussicht auf eine aktive Teilnahme an unterschiedlichen Aspekten des gesellschaftlichen Lebens fordert. Auch wenn sich bereits Strukturen zwischen Bayern und Tirol gebildet haben, die ein grenzübergreifendes Leben, Arbeiten oder Einkaufen ermöglichen, bleiben Menschen mit Behinderungen hauptsächlich in den Systemen der jeweiligen Heimatländer verhaftet. Dies ist neben dem Mangel an länderübergreifenden Angeboten auch auf die fehlende Kenntnis über die Angebote des Nachbarlandes (und Zugangsmöglichkeiten zu diesen Angeboten) sowie auf ein fehlendes Wissen um persönliche Rechte und auf administrative Hürden zurückzuführen. „Gerade in Zeiten der Isolation und Wiedereinführung von harten Grenzen wollen wir die Vernetzung von sozialen, ökonomischen und politischen Akteuren fördern. Dies geschieht vor allem auch im Sinne vulnerabler Gruppen, die von den Folgen aktueller Entwicklungen, wie der schwierigen Arbeitsmarktlage und den angespannten öffentlichen Budgets, am härtesten betroffen sein werden“, so die beiden Projektpartner.

Zu Beginn dieses Vorzeigeprojektes beschäftigen sich das Forschungsteam des „MCI“ und die „Diakonie Rosenheim“ eingehend mit den existierenden Angeboten und Leistungen im Sozialwesen in der Grenzregion ‚Bayern – Tirol‘. Dabei werden neben den Betroffenen als ‚Expert(inn)en in eigener Sache‘ und deren Angehörigen auch Fachkräfte aus Instituten sowie Arbeitgeber, Kammern und Verbände zur Sozialraumanalyse hinzugezogen. Ziel ist es, eine möglichst solide Grundlage zu schaffen, um die bestehenden Angebote auszubauen und den Zugang zu verbessern. Wir haben den Projektablauf an die aktuellen Bedingungen angepasst, indem wir durch telekommunikative Interviews und mehrstufige, schriftliche Befragungen ergänzendes Wissen über individuelle Erfahrungen sowie Perspektiven bezüglich ungedeckter Bedarfe generieren. Hierbei werden wir ein besonderes Augenmerk auf die Wahrnehmung von existierenden Teilhabeleistungen in der Arbeitswelt, als auch auf etwaige Hürden legen.

Zusätzlich wird dieses Projekt auch die rechtlichen Aspekte und eventuellen administrativen Hürden in einem Rechtsgutachten darlegen und somit eine solide Datenbasis für Entscheidungsträger(innen) in Politik und Institutionen in der Grenzregion liefern. Die Ergebnisse werden öffentlich in einer Broschüre sowie auf einer Onlineplattform – verständlich aufbereitet – zugänglich gemacht.

Das Projekt ist im April 2020 gestartet und hat eine Laufzeit von 12 Monaten. Es wird im Rahmen des EU-Programms ‚INTERREG Österreich – Bayern 2014-2020‘ gefördert.

In Kooperation mit dem Diakoniewerk Soziale Dienstleistung GmbH

Kontakt

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Lukas Kerschbaumer, BA, MA
Wissenschaftliche Assistenz & Projektmanagement

+43 512 2070 - 7421
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Sascha Gell, BA, MA
Projektmitarbeiter

+43 512 2070 - 7423
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Start des INTERREG-Projekts „Sozialraumorientierte und inklusive Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung in der Grenzregion ‚Bayern – Tirol‘“

 

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Das „Diakonische Werk des Evang.-Luth. Dekanatsbezirks Rosenheim e. V.“ und das „Center for Social & Health Innovation“ des „MCI Management Centers Innsbruck Internationale Hochschule GmbH“ haben im April mit der Zusammenarbeit am INTERREG-Projekt „Sozialraumorientierte und inklusive Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung in der Grenzregion ‚Bayern – Tirol‘“ begonnen. Ziel ist die Verbesserung der Versorgung von erwachsenen Menschen mit Behinderungen in den Bereichen „Arbeit / Bildung“, „Wohnen“ und „Freizeit“ innerhalb der Grenzregion ‚Bayern – Tirol‘. Im Fokus stehen dabei Menschen mit Lernschwierigkeiten, Körper- und Sinnesbehinderungen sowie Menschen mit psychischen Erkrankungen. Mittel- und langfristig soll der Aufbau und die Intensivierung von grenzübergreifenden, bedarfsgerechten Angeboten zu einer synergetischen Versorgung von Menschen mit Behinderungen beitragen und die Grenzregion als inklusionsfreundlichen Sozialraum stärken. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des EU-Programms „INTERREG Österreich – Bayern 2014 - 2020“.

Projekthintergrund & -ablauf

Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert für Menschen mit Behinderungen die Aussicht auf eine aktive Teilnahme an unterschiedlichen Aspekten des gesellschaftlichen Lebens. Sie fordert die Gestaltung eines inklusiven Sozialraums. In ländlichen Strukturen wie dem Sozialraum ‚Bayern – Tirol‘ sind eine bedarfsgerechte Versorgung sowie das Wunsch- und Wahlrecht für Menschen mit Behinderungen in der Regel schwieriger zu realisieren als in einem städtischen Umfeld. Menschen mit Behinderungen nehmen Teilhabeleistungen schwerpunktmäßig in ihrem jeweiligen Heimatland wahr. Neben oftmals generell fehlenden Angeboten kommt die mangelnde Kenntnis der Betroffenen über Angebotsstruktur und Zugangsweisen in den benachbarten Regionen hinzu, ebenso ein fehlendes Wissen um persönliche Rechte sowie um administrative Hürden. „Wir sind davon überzeugt, dass die Betroffenen von einer länderübergreifenden Sozialraumentwicklung profitieren und so Teilhabe und Integration besser gelingen kann“, so Klaus Voss, Geschäftsleitung der Diakonie Rosenheim und verantwortlich für die „Sozialen Dienste Oberbayern“. „Wir haben dieses Projekt gemeinsam mit dem MCI beantragt, um Angebote, Bedarfe und Potenziale zu identifizieren und um diese Erkenntnisse für die Zusammenarbeit in der sozialen Arbeit in der Grenzregion nachhaltig zu nutzen. Das MCI bringt dabei seine wissenschaftlichen Kompetenzen ein, die für die Begleitung und Auswertung eines solchen Projekts notwendig sind.“

Zu Beginn des Projekts erfolgt die Erhebung bestehender Angebote und Leistungen für Menschen mit Behinderungen innerhalb der Grenzregion ‚Bayern – Tirol‘. Unter den aktuellen Bedingungen wird durch telekommunikative Interviews sowie durch mehrstufige, schriftliche Befragungen ergänzendes Wissen über Teilhabeleistungen, Hürden und Perspektiven sowie über ungedeckte Bedarfe generiert. Neben den Betroffenen als ‚Expert(inn)en in eigener Sache‘ und deren Angehörigen werden Fachkräfte aus Instituten (Verwaltung, Leistungsträger / -erbringer) sowie Arbeitgeber, Kammern und Verbände zur Sozialraumanalyse hinzugezogen. Ein Rechtsgutachten bewertet die vorhandenen rechtlichen und / oder administrativen Barrieren und Möglichkeiten bei der Wahrnehmung grenzüberschreitender Teilhabeangebote. Ein externer, selbst betroffener Experte begleitet das Projekt von Beginn an wissenschaftlich und stellt sicher, dass die Perspektive der Menschen mit Behinderungen ausreichend berücksichtigt wird. Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden im Anschluss Handlungsfelder sowie mögliche Handlungsempfehlungen für den Sozialraum der Grenzregion abgeleitet und den Betroffenen, Fachkräften sowie der Fachöffentlichkeit und der Sozialpolitik kostenfrei zugänglich gemacht.

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Lukas Kerschbaumer, BA, MA
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Neues Projekt: Covid19 Umfrage zu sozialen Indikatoren

Das Center for Social & Health Innovation (CSHI) führt derzeit eine online Panel-Umfrage durch, um potentielle soziale Konsequenzen der Covid 19 Epidemie zu untersuchen. In der ersten Welle wurden 1024 Östereicher/Innen befragt. Vordefinierte demographische Quoten wurden auf der Basis von Statistik Austria Bevölkerungsdaten verwendet. Die zweite Welle wird im Juni 2020 stattfinden. Die Datenerhebung wurde durch Dynata, einer privaten Marktforschungsfirma, umgesetzt. Die Studie beinhaltet Indikatoren zu den Informationsgewohnheiten der Menschen, ihren Einstellungen gegenüber den COVID Regierungsmaßnahmen, ihrem Wissen und ihren Ängsten im Zusammenhang mit der Krise. Die Ergebnisse der Untersuchung werden auf unserem CSHI Blog veröffentlicht und diskutiert.

7th Workshop in Behavioral and Experimental Health Economics, Innsbruck, 6. und 7. Februar 2020

Das „7th Workshop in Behavioral and Experimental Health Economics“ hat am 6. und 7. Februar 2020 in Innsbruck stattgefunden. Bei dieser Veranstaltung haben ca. 50 prominente Wissenschafterinnnen und Wissenschafter aus der ganzen Welt über den aktuellen Stand der Forschung im Bereich der Gesundheitsökonomik aus einer verhaltensökonomischen Perspektive berichtet und diskutiert. Organisiert wurde die Tagung von der Universität Innsbruck (Prof. Dr. Loukas Balafaoutas, Dr. Helena Fornwagner, Dr. Daniela Glätzle-Rützler) und dem MCI | Die Unternehmerische Hochschule® (Dr. Claudia Zoller). Die diversen Vorträge im Rahmen dieses Workshops können aus inhaltlicher Sicht zwei breiten Fragestellungen zugeordnet werden.

Die erste Fragestellung beschäftigt sind mit Institutionen und Anreizsystemen die dazu führen können, dass Berufstätige im Gesundheitswesen (in erster Linie Ärzte) angemessene Behandlungen im Interesse der PatientInnen anbieten, und gleichzeit auch im Sinne der wirtschaftlichen Effizienz und Nachhaltigkeit agieren. Konkret wurde über die Rolle von verschiedenen Versicherungsschemata berichtet, beispielsweise darüber, welche Kombinationen von Deckungssummen und Selbstbehalt dazu führen, dass unnötige Leistungen und Kosten für Patienten reduziert werden.

Ebenso wurde über verhaltensorientierte Aspekte diskutiert, die die Entscheidungen von Medizinern beeinflussen können. Diese beinhalten beispielsweise die Rolle von online Bewertungen für Ärzte und Praxen oder den Zusammenhang zwischen extrinsischen und intrinsischen Anreizen: es ist nämlich seit Jahrzehnten in der ökonomischen Forschung dokumentiert worden, dass hohe monetäre Anreize unter Umständen die eigene, altruistische Motivation für prosoziales Verhalten verdrängen können. Die Regulierung des Gesundheitssektors auf politischer Ebene ist dementsprechend eine sehr komplizierte Aufgabe, die viele institutionelle, wirtschaftliche, aber auch psychologische Faktoren berücksichtigen muss.

Ein konkretes Beispiel um dies zu veranschaulichen ist die Frage, ob und wann Offenlegungserklärungen im Gesundheitsbereich (z.B. die Offenlegung seitens einer Ärztin, dass sie im Rahmen einer klinischen Studie bezahlt wird oder dass sie für verschreibungspflichtige Medikamente Kommissionen bekommt) sinnvoll sind. Paradoxerweise gibt es eine beachtliche Anzahl an empirischen Studien, die die negativen Auswirkungen der sogenannten „disclosure“ dokumentieren. Disclosure kann nämlich oft dazu führen, dass Patienten weniger kritisch und aufmerksam gegenüber ambivalenten Empfehlungen sind, um die Signalisierung von Misstrauen zu vermeiden.

Die zweite Fragestellung bezieht sich darauf, wie kann man Individuen dazu bewegen kann, ihr Gesundheitsverhalten zu verbessern. Es ist beispielsweise bekannt, dass Menschen oft Entscheidungen treffen, die ihre eigene Gesundheit gefährden. Einige im Workshop präsentierte Studien haben Mechanismen evaluiert, die das Suchtverhalten mäßigen oder die Trainingsfrequenz für sportliche Aktivitäten erhöhen. Des Weiteren wurde im Rahmen der Vorträge das Thema „Nudging“ angesprochen. Hierbei geht es um milde Politikinterventionen, die das Verhalten der Bevölkerung zu beeinflussen versuchen um sozial erwünschte Ergebnisse hervorzubringen. Eine verbreitete Methode dieser Art ist das Senden von Briefen unterschiedlichen Inhaltes von den Behörden an die Bevölkerung, die unter anderem das Ziel haben, Influenza Impfraten oder Gebärmutterhalskrebs Vorsorgeuntersuchungen zu erhöhen. Die Ergebnisse der im Workshop vorgestellten Studien haben gezeigt, dass verhaltensbasierte Politikinterventionen (Nudges) sehr sogfältig geplant, implementiert und evaluiert werden müssen, weil ihre Wirksamkeit länder- und situationsspezifisch ist. Ein besseres Verständnis dieser Art von Interventionen gehört dementsprechend zu den Prioritäten der aktuellen (gesundheits)ökonomischen Forschung.

Zum Abschluss des Workshops hat am 7. Februar eine Podiumsdiskussion über Gesundheitspolitik stattgefunden. Teilgenommen haben Cornelia Betsch (Professorin an der Universität Erfurt), Martin Kocher (Direktor des Instituts für Höhere Studien in Wien und Professor an der Universität Wien), Josef Probst (ehemeliger Direktor des österreichischen Hauptverbands für Sozialversicherungsträger), Loukas Balafoutas (Professor an der Universität Innsbruck) und Matteo Galizzi (Professor an der London School of Economics and Politicval Science).  Die Podiumdiskussion hat die Ergebnisse des Workshops zusammengefasst und eine breite Diskussion über aktuelle gesundheitspolitische Themen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven ermöglicht.

Kontakt

Claudia Zoller
Dr. Claudia Zoller Hochschullektorin +43 512 2070 - 7431Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Lebenslauf

Forschungsförderung und Kooperation des MCI und der Caritas der Diözese Innsbruck

 

Engagiertes Handeln für und mit Menschen in Not

An den Grundauftrag der Caritas anschließend, sich den existenziellen sozialen Herausforderungen anzunehmen, einen Beitrag zur Bildungsarbeit zu leisten und die Vernetzung und Kooperation relevanter Partner/innen in allen erdenklichen gesellschaftlichen Funktionen voranzutreiben, haben sich das Center for Social and Health Innvoation (CSHI) des Management Centers Innsbruck (MCI) und die Caritas der Diözese Innsbruck auf eine Zusammenarbeit verständigt. Dabei sollen Studierende gefördert werden, die sich im Rahmen ihrer Masterarbeit aktiv mit Problemstellungen der täglichen Arbeit der Caritas auseinandersetzen wollen. Im Zuge kollaborativer Forschungsprojekte werden aus der täglichen Praxis der Caritas entlehnte Fragestellungen wissenschaftlich ergründet und mögliche Lösungsansätze entwickelt.

Julia Ganner und Christina Tanzer, zwei Studierende aus dem Masterprogramm International Health & Social Management des Management Center Innsbruck haben sich in einem zweistufigen Auswahlverfahren durchgesetzt und arbeiten nun in Kooperation mit der Caritas der Diözese Innsbruck und dem Center for Social and Health Innovation am MCI an Fragen rund um die Chancen, Hürden, Vorteile und Bedenken der Freiwilligenarbeit in der Alterspension.

Wir bedanken uns bei der Caritas der Diözese Innsbruck für die Chance die unseren Studierenden ermöglicht wird und gratulieren den beiden zum erfolgreichen Bewerbungsverfahren. Wir wünschen nur das Beste auf dem Weg zur Erarbeitung der Masterarbeit und freuen uns auf spannende Ergebnisse.

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