Forschung | Projekte

Forschung | Projekte

Job Navi - Neue Wege in der Arbeitsmarktintegration (Begleitevaluation)

  • Status: laufend

  • Projektpartner: innovia

Das Projekt „Job Navi – Neue Wege in der Arbeitsmarktintegration“ erprobt einen innovativen Ansatz zur nachhaltigen Arbeitsmarktintegration von Personen, die bisher mit großen Herausforderungen in der Jobsuche konfrontiert waren. Ziel ist es, Menschen mit sehr heterogenen Ausgangslagen durch intensive, individuelle Begleitung schrittweise Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen und eine Arbeitsaufnahme auch langfristig abzusichern. Im Zentrum steht ein Empowerment-Ansatz, der die Teilnehmenden dabei unterstützen soll, eigenen Stärken und Ressourcen zu nutzen und gleichzeitig besonders fordernde Lebensumstände soweit zu stabilisieren, dass Erwerbsarbeit möglich wird. Ein partizipativer „Bottom-up“-Zugang ermöglicht es den Teilnehmenden, Angebote und Maßnahmen aktiv mitzugestalten.

Das Center for Social & Health Innovation ist dabei für die wissenschaftliche Begleitung des Projekts verantwortlich. Diese umfasst die Konzeption und Moderation mehrerer Workshop-Reihen für Mitarbeitende sowie für Teilnehmende und die Erhebung von Daten.

  • Für das Projektpersonal wird ein strukturierter Learning Cycle geschaffen, der durch Workshops und ein digitales, anonymisiertes Reflexionstagebuch kontinuierliche Lern- und Anpassungsprozesse ermöglicht.
  • Die Perspektiven der Teilnehmenden werden systematisch und anonym erhoben und in zwei begleitenden Workshops reflektiert. Erfolge, Herausforderungen und Erfahrungen fließen direkt in die Weiterentwicklung von Job Navi ein.

Kennzeichnend für das Forschungsprojekt ist, dass Teilnehmende nicht nur befragt werden, sondern aktiv und laufend an Lern- und Entwicklungsprozessen im Projekt mitwirken. So entsteht ein gemeinsamer Lernraum zwischen Institutionen, Fachkräften und Betroffenen – ein zentrales Merkmal sozialer Innovation.

 

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management
 Laura Anna Schamberger, BSc MA | Assistenz & Projektmanagement
Laura Anna Schamberger, BSc MAAssistant & Project Manager

PflegeWege 2033

  • Status: laufend

  • Projektpartner: Stadt Innsbruck

  • Weitere Projektbeteiligte: Renate Windbichler

Begleitung der Klausurtagung für das Referat Pflegekoordination der Landeshauptstadt Innsbruck zur Umsetzung der Pflegestrategie 2033

Pflege und Betreuung zählen im Sozial- und Gesundheitswesen zu den zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Der demografische Wandel verändert die Altersstruktur und führt zu einem deutlich steigenden Bedarf an Pflege- und Betreuungsleistungen, während sich zugleich bestehende Engpässe bei qualifiziertem Personal weiter verschärfen.

Auch die Landeshauptstadt Innsbruck steht vor dieser doppelten Herausforderung. Mit der Pflegestrategie 2033 wurde eine zukunftsorientierte Planungsgrundlage geschaffen, die nicht nur die bestehende Pflegeinfrastruktur sichern, sondern auch alternative Versorgungsmodelle etablieren, die Effizienz steigern und den Zugang zu qualitativ hochwertigen Leistungen langfristig gewährleisten soll. Damit diese Strategie Wirkung entfalten kann, gilt es, aus den übergeordneten Zielsetzungen konkrete und realistisch umsetzbare Maßnahmen abzuleiten, die von allen relevanten Akteur:innen getragen werden.

Zur strukturierten Erarbeitung dieser Maßnahmen wurden von der Stadt Innsbruck Klausurtage initiiert. Im Rahmen des Projekts PflegeWege 2033 übernimmt das CSHI die prozessbegleitende Moderation der Klausurtagung als neutrale Begleitung. Ziel ist es:

  • die strategischen Zielsetzungen in handlungsorientierte Schritte zu überführen

  • Zuständigkeiten zu definieren, und

  • Ansätze für einen umsetzungs- und finanzierungsorientierten Maßnahmenplan zu erarbeiten.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management
 Anouk van Amerongen, BSc MA | Wissenschaftliche Assistenz & Projektmanagement
Anouk van Amerongen, BSc MATeaching & Research Assistant

Fight the Bite - Mückenübertragbare Infektionskrankheiten in Österreich

Durch Mücken übertragene Infektionskrankheiten (Mosquito-Borne Infectious Diseases, MBIDs) stellen eine wachsende Gefahr für die öffentliche Gesundheit in Österreich dar. Aufgrund des Klimawandels breiten sich invasive Stechmückenarten in gemäßigten Klimaregionen aus und erhöhen dadurch das Risiko für Erkrankungen wie Denguefieber sowie Infektionen mit dem Zika-, West-Nil- oder Chikungunya-Virus. Vor diesem Hintergrund ist anzunehmen, dass sowohl die österreichische Bevölkerung als auch das öffentliche Gesundheitssystem bislang nur unzureichend auf diese neuartigen Risiken vorbereitet sind. Niedrige Gesundheitskompetenz, fragmentierte Informationsflüsse, eingeschränkte diagnostische und therapeutische Kapazitäten sowie die begrenzte Verfügbarkeit präventiver Maßnahmen verdeutlichen den Bedarf an systematischer Forschung zu Prävention und Resilienz.

Ziel des MBID-Projektes ist es, zentrale Wissens- und Präventionslücken zu identifizieren und evidenzbasierte Handlungsmöglichkeiten zur Stärkung der Public-Health-Resilienz in Österreich zu entwickeln. Dafür werden sowohl die individuelle Risikowahrnehmung und das Präventionsverhalten der Bevölkerung als auch strukturelle und organisatorische Faktoren der Krisenvorbereitung im Gesundheitssystem untersucht.

Methodisch folgt das Projekt einem Mixed-Methods-Design mit zwei komplementären Studien. Zur Analyse des Bewusstseins und des Präventionsverhaltens in der Allgemeinbevölkerung werden qualitative vignettenbasierte Interviews eingesetzt, die durch eine österreichweit repräsentative quantitative Befragung ergänzt werden. Darüber hinaus wird eine mehr-rundige Delphi-Studie mit Stakeholdern und Expert:innen geführt, um gemeinsam praxisnahe Strategien zur Verbesserung der Krisenvorbereitung und Systemresilienz zu entwickeln.

Das Projekt leistet damit einen wissenschaftlichen Beitrag zur Weiterentwicklung evidenzbasierter Präventionsstrategien in Österreich und soll Entscheidungsträger:innen dabei unterstützen, klima- und gesundheitsbedingte Risiken frühzeitig und wirksam zu adressieren.

CSHI Projekt Team

Amelie Sigge, BA BA MA
Project Team Member
(Project Lead)

amelie.sigge@mci.edu 

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management

ASURED – Analyse von Situation und Ressourcen zur Extremismusbekämpfung und Demokratieförderung

Demokratische Gesellschaften stehen zunehmend unter Druck: Polarisierungstendenzen, Desinformation, zunehmende Skepsis gegenüber demokratischen Institutionen, Desinformation sowie ein Anstieg gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit stellen zentrale Gefährdungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt dar. Diese Phänomene manifestieren sich nicht nur auf globaler, Ebene, sondern werden besonders auf lokaler Ebene - wo demokratische Teilhabe unmittelbar erfahrbar ist - sichtbar. Gleichzeitig zeigen Studien, dass Vertrauen in Demokratie insbesondere dann wächst, wenn Bürger*innen sich wirksam beteiligen können und wenn kommunale Strukturen auf lokale Problemlagen adäquat reagieren können. Der Erfolg demokratischer Bildungs- und Beteiligungsarbeit sowie die Prävention gegen demokratiefeindliche Tendenzen hängen entscheidend davon ab, wie gut lokale Handlungskonzepte die sozialen, kulturellen und politischen Besonderheiten des jeweiligen Raumes berücksichtigen.

Hierfür bedarf es einer strukturierten Auseinandersetzung mit der lokalen Ausgangslage, um reale Bedarfe zu erkennen, Potenziale zu nutzen und gezielt unterstützende Maßnahmen zu entwickeln. Das Projekt ASURED setzt hier an: Eine Situations- und Ressourcenanalyse (S&R-Analyse), durchgeführt vom Center for Social and Health Innovation, soll lokale Ausgangslagen, Herausforderungen und Potenziale strukturiert erfassen, um die Grundlage für gezielte Demokratieförderung zu schaffen. Durch ein mehrdimensionales, qualitatives Methodendesign. Ziel ist es:

  • durch ein mehrdimensionales, qualitatives Methodendesign, demokratiebezogene Einstellungen, Teilhabechancen und -bedürfnisse darzustellen,
  • soziale und strukturelle Problemfelder zu identifizieren,
  • bestehende Ressourcen und zivilgesellschaftliche Netzwerke sichtbar zu machen.

Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Impulse für die strategische Ausrichtung zur Förderung von Demokratie abzuleiten. Das ASURED-Projekt soll so demokratische Teilhabe nachhaltig stärken, Handlungsspielräume für Kommunen erweitern und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern – evidenzbasiert, kontextspezifisch und partizipativ.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management
FH-Prof. Dr. Nils Mevenkamp | Statistik & Empirische Sozialforschung
Prof. Dr. Nils MevenkampStatistics & Empirical Social Research
 Laura Anna Schamberger, BSc MA | Assistenz & Projektmanagement
Laura Anna Schamberger, BSc MAAssistant & Project Manager

Willingness-to-Pay: Einschätzung der Zahlungsbereitschaft für ambulante Leistungen in Tirol

Dieses Forschungsprojekt untersucht die Zahlungsbereitschaft („Willingness-to-Pay“, WTP) der Tiroler Bevölkerung für ambulante und notfallmedizinische Leistungen in Krankenhäusern und liefert damit eine wissenschaftliche Grundlage für eine evidenzbasierte Diskussion über mögliche Ambulanzgebühren. Die Studie wendet ein Discrete Choice Experiment (DCE) an – einen umfragebasierten Ansatz, bei dem den Befragten realistische Entscheidungen und Szenarien im Gesundheitswesen vorgelegt werden, um zu erfassen, wie sie verschiedene Leistungsmerkmale wie Wartezeit, Erreichbarkeit, Art des Anbieters und Gebührenhöhe gewichten und gegeneinander abwägen. Das Experiment bewertet nicht nur die Zahlungsbereitschaft, sondern ermittelt auch, welche Merkmale bei der Suche nach ambulanter Versorgung am meisten geschätzt werden.

Die Forschung zielt darauf ab, eine solide und differenzierte Datenbasis zu schaffen, um politische Entscheidungsträger bei der Bewertung von Maßnahmen zur Verkürzung der Wartezeiten in Krankenhäusern und zur besseren Erfüllung der Bedürfnisse der Bevölkerung zu unterstützen. Neben der Messung der Zahlungsbereitschaft bietet das Experiment Einblicke in die Faktoren, die die Entscheidung von Patienten beeinflussen, eine Notaufnahme aufzusuchen. Dies liefert wiederum wertvolle Informationen darüber, wie Patientenströme in Zukunft besser gesteuert und optimiert werden könnten.

Durch die Kombination von empirischen Erkenntnissen und politischer Relevanz trägt die Studie zu einem differenzierteren Verständnis von Effizienz, Gerechtigkeit und Zugänglichkeit im Tiroler Gesundheitssystem bei.

CSHI Projekt Team

 Anouk van Amerongen, BSc MA | Wissenschaftliche Assistenz & Projektmanagement
Anouk van Amerongen, BSc MATeaching & Research Assistant
Assoz. FH-Prof. Ayman Fouda, PhD | Health Economics
Assoc. Prof. Ayman Fouda, PhDHealth Economics

INCO - Influencer-Kommunikation für die Jugendgesundheit

  • Status: laufend

Social-Media-Influencer sind zu wichtigen Quellen für Gesundheitsinformationen geworden. Sie sprechen über Themen wie Ernährung, mentale Gesundheit oder Krankheiten. Allerdings fehlt vielen Influencern die Expertise im Gesundheitsbereich. Zudem verfolgen sie oft kommerzielle Ziele und dienen Unternehmen als Werbeträger. Trotz dieser Kritik sind Influencer fester Bestandteil der Informationswelt von Jugendlichen geworden. Deshalb ist es wichtig, Influencer dabei zu unterstützen, den Jugendlichen evidenzbasierte Gesundheitsinformationen zu vermitteln. Denn dadurch können Influencer auch wichtige Aufklärungsarbeit leisten.

Das Citizen-Science-Projekt INCO (für Influencer Communication) setzt genau hier an und stellt junge Menschen im Alter von 15 bis 20 Jahren aktiv in den Mittelpunkt der Projektarbeit. Citizen Science bedeutet, dass die Jugendlichen als Expert/innen eingebunden werden und Aufgaben übernehmen, die normalerweise im Wirkungsbereich professioneller Wissenschaftlerinnen liegen. Jugendliche aus drei ausgewählten Schulklassen entwickeln dabei Kampagnenideen, die gemeinsam mit den Lehrkräften, dem Projektteam und internationalen Expert/innen in maßgeschneiderte Interventionen überführt werden. Diese werden in Online- und Feldstudien getestet, um ihre Wirksamkeit zu überprüfen und weiter zu optimieren. Die Kooperation fördert nicht nur innovative Lösungsansätze, sondern stärkt auch das wissenschaftliche Denken der teilnehmenden Jugendlichen und soll deren Engagement in der Wissenschaft langfristig fördern.

Das Projekt baut auf dem FWF-Projekt „Health Influencers on Social Media (HISM)“ auf. Weitere Informationen gibt es auf der Projektwebseite.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Raffael Heiss, MA | Health Policy & Communication
Prof. Dr. Raffael Heiss, MAHealth Policy & Communication
 Elena Engel, MA | Projektmitarbeiterin
Elena Engel, MAProject Assistant

APPEAR - Ausbildung in Bildungs- und Berufsberatung

Das Projekt APPEAR - Ausbildung in Bildungs- und Berufsberatung ("Education and Vocation Counselling Training", EVCT) verfolgt das Ziel, eine systematische und nachhaltige Verankerung umfassender Berufs- und Bildungsberatung an äthiopischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften (Universities of Applied Sciences, UAS) zu etablieren. Langfristig soll dadurch ein Beitrag zur Reduktion der Arbeitslosigkeit geleistet werden, indem Ausbildungsentscheidungen stärker an den individuellen Kompetenzen der Studierenden sowie an den Bedarfen des Arbeitsmarktes ausgerichtet werden.

Kernziele sind die Entwicklung eines zertifizierten Curriculums für Berufsberater:innen, die Erstellung einer Online-Toolbox zur Berufsberatung sowie ein Pilot-Trainingsprogramm an den Hochschulen. Zudem werden Jobprofile für Absolvent:innen erstellt, um eine bessere Abstimmung zwischen Ausbildung und Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Das EVCT-Projekt unterstützt die nachhaltige Entwicklung durch bessere Bildungsqualität (SDG 4), Armutsreduktion durch verbesserte Beschäftigungschancen (SDG 1), Wirtschaftswachstum (SDG 8) und Gleichberechtigung (5). Das Projekt wird durch das “Austrian Partnership Program in Higher Education and Research for Development” – APPEAR finanziert. APPEAR ist ein Programm der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und wird durch die OeAD (Österreichische Agentur für Bildung und Internationalisierung) umgesetzt.

CSHI Projekt Team

Prof. Dr. habil. Belachew Gebrewold | Leiter Department & Studiengang
Prof. Dr. habil. Belachew GebrewoldHead of Department & Studies
 Robert Koglek, MA MSc | Senior Lecturer
Robert Koglek, MA MScSenior Lecturer
FH-Prof. Mag. Dr. Barbara Lill-Rastern | Soziale Arbeit & Sozialforschung
Prof. Mag. Dr. Barbara Lill-RasternSocial Management & Social Research

BBO - Begleitung des Beteiligungsprozesses Obdachlosigkeit der Stadt Innsbruck

  • Status: laufend

  • Projektpartner: Stadt Innsbruck
  • Weitere Projektbeteiligte: Eva Memmel, Siegfried Walch, Jolanda Baur, Renate Windbichler

Obdachlosigkeit ist eine wachsende gesellschaftliche Herausforderung. Im Jahr 2022 waren in Österreich 19.447 Menschen als obdachlos registriert, davon 1.688 in Tirol. Die tatsächliche Zahl der Betroffenen ist jedoch schwer zu erfassen, da von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden muss. Für Innsbruck liegen keine präzisen Zahlen vor, jedoch wurden 2022 fast 30.000 Übernachtungen in den Notschlafstellen der Stadt verzeichnet.

Um diese Situation zu verbessern, ergreift die Stadt Innsbruck Maßnahmen im Rahmen des „Zukunftsvertrags“ und der Lissabon-Erklärung, die das Ziel verfolgt, Obdachlosigkeit bis 2030 abzuschaffen. Um Lösungen gezielt und wirkungsvoll zu gestalten wurde im Februar 2025 ein umfassender Beteiligungsprozess zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit gestartet. Das Center for Social & Health Innovation des MCI moderiert, dokumentiert und unterstützt diesen Prozess.

Ein zentraler Bestandteil des Beteiligungsprozesses ist es, alle relevanten Akteur: innen einzubinden, um gemeinsam konkrete Maßnahmen und Lösungen zu entwickeln. Im Fokus steht die Erarbeitung eines umfassenden Aktionsplans mit konkreten Maßnahmenpaketen für drei zentrale Themenbereiche:

  1. Obdachloseneinrichtungen: Qualität, Bedarfe und Infrastruktur

  2. Sicher Wohnen: Prävention, Beratung und Versorgung

  3. Langfristige Strategie im Umgang mit obdachlosen Menschen (ab 2026)

Das Center for Social & Health Innovation des MCI verfolgt das Ziel, durch eine strukturierte und methodisch fundierte Herangehensweise eine ergebnisorientierte Zusammenarbeit der Stakeholder zu ermöglichen.

Wir sind gerne für Interessierte ansprechbar: cshi@mci.edu

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management

PeerCom - Peer Companions

  • Status: laufend

  • Projektpartner: TIPSI (Tiroler Interessensverband für psychosoziale Versorgung), Licht ins Dunkel

Mit PeerCom soll ein Angebot geschaffen werden, das bestehende psychosoziale Unterstützungsstrukturen wie sozialpsychiatrische Vereine, Zentren oder andere stationäre wie ambulante Einrichtungen sinnvoll ergänzt. In einem individuellen Eins-zu-eins Setting erhalten Betroffene Unterstützung von Mental Health Peers, um ihren Lebensunterhalt zu sichern und gesundheitsfördernde Maßnahmen umzusetzen. Das Angebot richtet sich demnach an Menschen mit mittel- bis schweren psychosozialen Einschränkungen und an Menschen mit Long-Covid Symptomatik. Erfahrene Mental Health Peers mit psycho-sozialer oder Peer-Ausbildung können durch ihre Perspektive der eigenen Erfahrung mit diversen Problemstellungen im Rahmen psychischer Erkrankungen als Fürsprecher*innen fungieren und dadurch stärkend zur Verfügung stehen.

CSHI Projekt Team

Mag. Iris Staffler | Projektmitarbeiterin
Mag. Iris StafflerProject Assistant
FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management
FH-Prof. DSA Mag. Dr. Christina Lienhart | Soziale Arbeit | Kinder- und Jugendhilfe
FH-Prof. DSA Mag. Dr. Christina LienhartSocial Work | Child & Youth Welfare
 Anouk van Amerongen, BSc MA | Wissenschaftliche Assistenz & Projektmanagement
Anouk van Amerongen, BSc MATeaching & Research Assistant

Güte & Innovation in der Sozialen Arbeit

  • Status: laufend

  • Weitere Projektbeteiligte: Lena Rolvering

Die Auswirkungen multipler internationaler Krisen treffen die Gesellschaft in Österreich auch im Jahr 2024 anhaltend intensiv. Besonders betroffen hiervon sind vulnerable Gruppen und vielerorts kumulieren soziale Probleme. In der Sozialen Arbeit herrscht zudem akuter Fachkräftemangel, doch die Verabschiedung eines ersten Berufsbezeichnungsgesetz (SozBezG-2024) gibt der beruflichen und akademischen Community neue Perspektiven. Die Rahmenbedingungen professioneller Sozialer Arbeit verändern sich rasant und die Praxis muss hierauf reagieren. Das angestrebte Projekt exploriert mittels eines sequenziellen Mixed-Methods-Forschungsansatzes, wie es um die „Güte“ sozialarbeiterischer Tätigkeiten in diesen herausfordernden Zeiten steht und welche Rolle „Soziale Innovationen“ in deren Bewältigung und Prävention spielen (können). Denn innovative Ideen vermögen in gegenwärtigen gesellschaftlichen Transformationsprozessen zu einer Abkehr von altgewohnten Denkweisen und zu neuartigen Lösungen etwaiger Herausforderungen zu führen. Beide Aspekte – Güte und Innovation – werden zunächst anhand Expert:innen-Interviews und Fokusgruppen mit Leistungserbringer:innen und Leistungsnutzer:innen aus drei Tätigkeitsbereichen der Sozialen Arbeit in Tirol untersucht und anschließend durch eine standardisierte quantitative Erhebung evaluiert. Gelingt dies, so ergeben sich zentrale Erkenntnisse einerseits für eine zukunftsträchtige Ausgestaltung der Praxis Sozialer Arbeit und andererseits hinsichtlich einer zeitgemäßen Weiterentwicklung der akademischen Ausbildung an österreichischen BA- & MA-Studiengängen. Regionale Innovationspotenziale werden durch den direkten Einbezug von Fachkräften und Nutzer:innen Sozialer Arbeit analysiert und somit für Tirol/Österreich erstmalig empirisch erfasst.

CSHI Projekt Team

 Moritz Reisberger, BA MA | Wissenschaftliche Assistenz & Projektmanagement
Moritz Reisberger, BA MATeaching & Research Assistant

EVIGT - Effiziente Versorgungssysteme und Innovative Gesundheitsversorgung Tirol

Gesundheit, die Qualität der Gesundheitsversorgung und ein gerechter und transparenter Zugang zu dieser, wie auch die Arbeitsbedingungen im Gesundheitssystem, sind essenziell für individuelles Wohlbefinden, gesellschaftliche Entwicklung, sozialen Zusammenhalt, Versorgungssicherheit und auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft. Versorgungssysteme stehen allerdings vor großen Herausforderungen, wie etwa aufgrund des demografischen Wandels und finanzieller Engpässe bzw. steigender Kosten in den Versorgungsstrukturen. Insbesondere der Mangel an Pflegekräften und Ärzten wie Ärztinnen und die Arbeitsbedingungen sind zentrale Themen im Gesundheitssektor und die Digitalisierung bringt gleichermaßen Chancen wie Herausforderungen für eine effiziente und ressourcenoptimierte Gesundheitsversorgung mit sich.

Im Rahmen diese Entwicklungen entsteht daher am CSHI ein auf drei Jahre angelegtes Projekt, welches auf folgende Aspekte abzielt:

  • 1) Ganzheitliche Personalstrategien für die Gesundheitswirtschaft zusammen mit Partnerorganisationen zu entwickeln, um qualifizierte Fachkräfte langfristig zu binden und zu fördern.
  • 2) Herausforderungen bei der Nutzung digitaler Gesundheitsanwendungen für verschiedene Personengruppen zu identifizieren (z.B. Anwendungen der ÖGK).
  • 3) Die Implementierung digitaler Neuerungen im Gesundheitswesen zu evaluieren und wissenschaftlich zu begleiten (z.B. Onlineterminvereinbarung und Wartezeitenmanagement).

Das Projekt umfasst eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen im Gesundheitsbereich, darunter das Sanatorium Kettenbrücke, das Sozialzentrum S*elsbethen, die Österreichische Gesundheitskasse (Landesstelle Tirol) und die Gesundheitsdienste Völs.

Eine Publikation ("Unmasking Inequalities: Examining the Digital Divide's Impact on Vulnerable Populations and Pathways towards Digital Inclusion") im Rahmen des Forschungsprojekts kann hier gefunden werden.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management
 Laura Anna Schamberger, BSc MA | Assistenz & Projektmanagement
Laura Anna Schamberger, BSc MAAssistant & Project Manager
 Annabelle Fiedler, BSc MA | Dissertantin
Annabelle Fiedler, BSc MADoctoral Student
 Anouk van Amerongen, BSc MA | Wissenschaftliche Assistenz & Projektmanagement
Anouk van Amerongen, BSc MATeaching & Research Assistant

HealthCheckR - Erkennen von vertrauenswürdigen Gesundheitsinfos auf Social Media (vormals "Gesund im Netz"-Projekt)

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines benutzerfreundlichen, validierten Tools zur Bewertung der Zuverlässigkeit von Gesundheitsinformationen auf Social Media. Diese Plattformen, die soziale Interaktionen ermöglichen und schnelle Informationsverbreitung fördern, sind oft Quellen für Gesundheitsinformationen. Da viele Nutzer nur begrenzte Gesundheitskompetenz haben, kann die Verbreitung von Fehlinformationen gesundheitsschädlich sein. Bisher gibt es keine einfachen Instrumente zur Verlässlichkeitsprüfung solcher Inhalte. Citizen Scientists, die Erfahrungen mit solchen Informationen haben, werden entscheidend zur Gestaltung und Verbreitung des Bewertungstools beitragen. Das Projekt umfasst eine systematische Übersichtsarbeit, die Identifizierung und Validierung von Zuverlässigkeitsindikatoren, das Co-Design des Tools und einen Wirksamkeitstest in einer Studie.

Das Projekt wird von Ursula Griebler geleitet. Das MCI wird alle Phasen des Projekts unterstützen und leitet das Arbeitspaket zur Testung des entwickelten Tools in einem webbasierten Randomized Controlled Trial.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Raffael Heiss, MA | Health Policy & Communication
Prof. Dr. Raffael Heiss, MAHealth Policy & Communication

NEEMA - Ernährungssicherheit in Westafrika stärken

  • Status: laufend

  • ProjektpartnerUlysseus

  • Weitere Projektbeteiligte: Johanna Hofmann, Lea Thoms, Birgit Raffler

Wie können europäische Umwelt- und Ernährungspolitiken wie der European Green Deal und die Farm-to-Fork-Strategie so ausgestaltet werden, dass sie die Ernährungssicherheit in besonders sensiblen Weltregionen nicht unbeabsichtigt gefährden? Mit genau dieser Fragestellung befasst sich das europäisch-afrikanische Projekt NEEMA – benannt nach dem Wort für „Nahrung“ in der senegambischen Sprache Fula.

Das im Jahr 2024 gestartete Forschungsprojekt vereint 14 Hochschulen aus Afrika und Europa, darunter auch das Management Center Innsbruck (MCI), mitsamt dem Center for Social & Health Innovation und dem Department für Soziale Arbeit. Das Projekt soll maßgeblich an der Entwicklung eines neuen Curriculums zur Ernährungs- und Resilienzbildung beteiligt sein, gezielt auf die Bedürfnisse westafrikanischer Gesellschaften zugeschnitten. Im Zentrum des Projekts stehen neben der Curriculumentwicklung auch soziale Innovationsansätze sowie die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Herausforderungen wie Genderungleichheit, die eine zentrale Rolle für nachhaltige Ernährungssicherheit spielen. Ziel ist es, die Kapazitäten der Hochschulen in der Region zu stärken, den Wissensaustausch zu fördern und gemeinsam langfristige Lösungen für eine gerechte und nachhaltige Ernährungssicherung zu entwickeln.

Ein zentrales Anliegen von NEEMA ist die intensivierte Zusammenarbeit zwischen afrikanischen und europäischen Hochschulen. Neben der Entwicklung des Curriculums entsteht im Rahmen des Projekts ein regionales Trainings- und Forschungsnetzwerk, das langfristig als Plattform für Austausch, Weiterbildung und gemeinsame Forschung dienen soll. NEEMA steht exemplarisch für einen neuen, kooperativen Ansatz in der internationalen Hochschulzusammenarbeit – mit dem Ziel, globale Strategien lokal wirksam und gerecht umzusetzen.

Hier geht's zur Projekt-Website.

CSHI Projekt Team

Prof. Dr. habil. Belachew Gebrewold | Leiter Department & Studiengang
Prof. Dr. habil. Belachew GebrewoldHead of Department & Studies
 Robert Koglek, MA MSc | Senior Lecturer
Robert Koglek, MA MScSenior Lecturer

Armutsbekämpfung in Österreich: Regionale Unterschiede und Anpassungsbedarf

  • Status: laufend

  • Weitere Projektbeteiligte: Eva Memmel, Nils Mevenkamp

Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, wertvolle Erkenntnisse zum laufenden Diskurs über die Armutsbekämpfung in Österreich beizutragen, indem es die aktuellen Methodologien zur Berechnung der Armutsgefährdung analysiert und informiert. Aufbauend auf dem historischen EU-Kontext befasst sich das Projekt mit den Armutsbekämpfungs-Methoden des österreichischen Wohlfahrtsstaates, wobei der Fall Tirols als repräsentatives Beispiel im Fokus steht. Mit Hilfe einer Sekundärdatenanalyse werden unter anderem Armutsdaten, Verbrauchsausgaben und Wohnkosten verwendet und für eine realitätsnahe Berechnung bundesländerspezifischer Armutsgefährdungsschwellen herangezogen. Durch die Berücksichtigung regionaler Unterschiede in Bezug auf Einkommen, Lebenshaltungskosten und wirtschaftliche Gegebenheiten soll die Forschung die Grenzen einheitlicher Armutsmetriken aufzeigen und ein differenzierteres Verständnis für die Herausforderungen, mit denen Bevölkerungsgruppen in bestimmten österreichischen Regionen konfrontiert sind, vermitteln. Letztendlich zielt das Projekt darauf ab, praktische Empfehlungen für politische Entscheidungsträger und Sozialhilfeprogramme aufzuzeigen, die sich mit der Notwendigkeit regionsspezifischer Anpassungen befassen, um wirksamere Maßnahmen zur Armutsbekämpfung zu gewährleisten.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management
 Moritz Reisberger, BA MA | Wissenschaftliche Assistenz & Projektmanagement
Moritz Reisberger, BA MATeaching & Research Assistant

Teledermatologie in Tirol

Telemedizinische Dienste werden immer beliebter, auch um Probleme wie lange Wartezeiten und weite Anfahrtswege zu Fachärzten zu überwinden. In Österreich wurde im Januar 2024 ein Projekt zur telemedizinischen Diagnostik von Hautkrankheiten gestartet, um die dermatologische Versorgung zu verbessern und die Zusammenarbeit zwischen Allgemeinmedizinern und Dermatologen zu stärken. Um telemedizinische Dienstleistungen zu optimieren und eine hohe Nutzungsrate zu gewährleisten, ist es entscheidend, die Faktoren zu verstehen, die die Akzeptanz der Patienten sowie die Perspektiven und Herausforderungen der Ärzte beeinflussen. Ziel dieser Studie ist es daher, die Bedürfnisse und Perspektiven von Patient:innen und Ärzt:innen zu erforschen, um eine effektive Implementierung der Teledermatologie in Tirol zu ermöglichen.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management

Soziale Arbeit und Nachhaltige Entwicklung (SDGs)

Im September 2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) als integrierten Ansatz für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung und als Handlungsrahmen, um die Bedürfnisse gefährdeter Menschen und Gemeinschaften weltweit zu erfüllen. Die Ziele wurden in der Erkenntnis entwickelt, dass Umweltfragen und viele gesundheitliche und soziale Herausforderungen keine Grenzen kennen; daher sind alle Länder verpflichtet, sich für ihre Verwirklichung bis 2030 einzusetzen.

Die Ausrichtung, der Schwerpunkt und der Fokus der SDGs sind miteinander verknüpft und stehen in direktem Zusammenhang mit Sozialarbeit. Als eine auf Veränderung und Menschenrechte ausgerichtete Profession kommt der Sozialen Arbeit eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der SDGs zu, indem sie diese in die Praxis umsetzt. Trotz der beobachteten Bemühungen der Regierungen, die Ziele in nationale lang- und mittelfristige Pläne zu übertragen, fehlt es jedoch an empirischen Belegen dafür, wie die Akteur:innen der Sozialen Arbeit die direkt mit ihnen verbundenen Ziele in ihre Praxis, Ausbildung und Politik übernommen und angepasst haben. Daher wird dieses Projekt durchgeführt, um diese professionelle Lücke zu schließen.

Geplante Projektaktivitäten umfassen:

  • Länderspezifische Studien über die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Umsetzung der SDGs.

  • Veröffentlichung von zwei nationalen Berichten und zwei Zeitschriftenartikeln mit Empfehlungen zur Umsetzung der SDGs in Österreich und Tansania.

  • Organisation von Verbreitungsworkshops in Österreich und Tansania.

  • Austauschbesuche zum fachlichen Wissensaustausch und Transfer.

Das Projekt verstärkt und erweitert die Bemühungen, die bereits seit 2011 in Tansania und Österreich unternommen wurden, um die professionelle Sozialarbeit durch das Projekt PROSOWO 1 und 2 zu fördern, bei dem Forschungsprojekte, Publikationen und der Austausch von Personal und Studierenden durchgeführt wurden.

CSHI Projekt Team

Prof. Dr. habil. Belachew Gebrewold | Leiter Department & Studiengang
Prof. Dr. habil. Belachew GebrewoldHead of Department & Studies
 Robert Koglek, MA MSc | Senior Lecturer
Robert Koglek, MA MScSenior Lecturer

LYMAS - Life Strategies of Young Migrants in Ageing Societies

Die Alterung der Gesellschaft ist Teil eines komplexen Geflechts sozialer Dynamiken, das Auswirkungen auf alle Generationen hat – nicht nur auf ältere Menschen. Verschiedene Länder verfolgen unterschiedliche Ansätze und setzen unterschiedliche Prioritäten, um den Herausforderungen einer alternden Bevölkerung zu begegnen. Im Rahmen eines länderübergreifenden Vergleichs zwischen Deutschland, der Schweiz, Polen und Österreich untersucht das Forschungsteam, welche Bedeutung gesellschaftliche Alterung in Europa für das Leben junger mobiler Individuen (Young Mobile Individuals, YMI) auf individueller, lokaler, nationaler und transnationaler Ebene hat. Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, wie YMI von Alterungsprozessen betroffen sind und wie sie mit diesen sozialen Bedingungen innerhalb und zwischen verschiedenen Regionen umgehen.

Im Mittelpunkt stehen dabei ihre Wahrnehmungen und Lebenserfahrungen sowie die Frage, inwiefern das Leben in einem „älteren“ sozialen und familiären Kontext – zusätzlich zu Migration und Mobilität – ihre Entscheidungen und Arrangements in Bezug auf Arbeit, Wohnsituation und Lebensplanung beeinflusst, einschließlich generationenübergreifender Beziehungen und Haushaltszusammensetzungen.
Übergeordnet zielt das Projekt darauf ab, politische Entscheidungsprozesse auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene zu informieren, um YMI zu unterstützen und die negativen Folgen einer alternden Gesellschaft abzumildern.

Zur Erreichung dieser Ziele wurde zunächst eine umfassende Politikanalyse auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene durchgeführt. Darauf aufbauend fanden 18 Expert:inneninterviews auf institutioneller (Meso-)Ebene mit Stakeholdern aus den Bereichen Arbeit, Integration und Migration statt. Auf der Mikroebene wurden 27 narrative Interviews mit YMI geführt. Darüber hinaus wurden YMI eingeladen, ihre Wahrnehmungen und Lebens-/Migrationserfahrungen in Kurzfilmen auszudrücken.

Derzeit befindet sich die Datenauswertung in der Abschlussphase. Die Ergebnisse wurden bzw. werden über verschiedene Veranstaltungen, Fachzeitschriften und Kommunikationskanäle verbreitet (siehe unten).

Konferenzen

Fleisch, M. & Kerschbaumer, L. (2024, Juli). Labor Migration in an Ageing Austria. Obstacles and Structures for Young Mobile Individuals Entering the Job Market. 21. IMISCOE Annual Conference, 2.–5. Juli 2024, Lissabon, Portugal und online.

Fleisch, M. & Kerschbaumer, L. (angenommen für Vortrag). Agency and Epistemic Inequality: Young Mobile Individuals as “Useful Others” in the Austrian Labor Market. ESPAnet Austria 7. Forschungskonferenz Sozialpolitik, 24.–25. April 2025, Innsbruck.

Publikationen

Fleisch, M. & Kerschbaumer, L. (2025). Categorization and Differentiation as “Useful Others”: An Intersectional Perspective on the European Labor Market. Zeitschrift für Politik (Special Issue 12), 219–243. https://doi.org/10.5771/9783748949398-219

Fleisch, M. & Kerschbaumer, L. (Manuskript eingereicht). Navigating the Networked Self: Situated Agency in Young Mobile Lives. Journal of Youth Studies.

Weitere Aktivitäten

MCI Radlkino: Bewegende Geschichten – Junge Migration im Fokus der Nachhaltigkeit

Bevorstehende Veranstaltungen

Weitere Informationen sind auf der Projektwebsite verfügbar.

CSHI Projekt Team

Prof. Dr. habil. Belachew Gebrewold | Leiter Department & Studiengang
Prof. Dr. habil. Belachew GebrewoldHead of Department & Studies
 Anouk van Amerongen, BSc MA | Wissenschaftliche Assistenz & Projektmanagement
Anouk van Amerongen, BSc MATeaching & Research Assistant
FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management

Evaluierung Fachbereich Vielfalt - Bezirksjugendring Oberbayern

  • Status: abgeschlossen

  • Projektleitung: Bastian Oechsle, Katharina Flunger-Lang
  • Weitere Projektbeteiligte: Laura Feith González

Der Fachbereich „Vielfalt” wurde erst vor kurzem in den Strukturen des Bezirksjugendrings Oberbayern implementiert und umfasst drei Fachstellen: „Diversität und politische Bildung“, „JAM – Jugendarbeit in der Migrationsgesellschaft“ und „Inklusive Jugendarbeit“. Auf Ebene der Bezirksjugendringe in Bayern gibt es keine vergleichbaren Strukturen. Der Bezirksjugendring Oberbayern nimmt somit eine Pionierrolle auf der Ebene der Interessensvertretung der offenen Jugendarbeit in Oberbayern ein. Der Prozess der Implementierung des Fachbereichs soll mittels einer wissenschaftlichen Studie begleitet werden, mit dem Ziel, zu eruieren, ob und inwiefern die Angebote des Fachbereichs „Vielfalt“ sowohl von Systempartner:innen als auch von Jugendlichen in Anspruch genommen werden, sowie welchen Wirkungsgrad die Ansätze aufweisen, um in weiterer Folge bei Bedarf evidenzbasierte Empfehlungen zur Weiterentwicklung und Verbesserung der Angebote des Fachbereichs vorschlagen zu können.

CSHI Projekt Team

Prof. Dr. habil. Belachew Gebrewold | Leiter Department & Studiengang
Prof. Dr. habil. Belachew GebrewoldHead of Department & Studies

Evaluierung der Impfstrategie: Determinanten der HPV-Impfakzeptanz bei jungen Erwachsenen in Tirol

Vor dem Hintergrund des neuen kostenlosen HPV Impfprogramms in Österreich, das von Juli 2024 bis Ende 2025 angeboten wird, wird untersucht, wie dieses Angebot von den betroffenen Altersgruppen wahrgenommen wird. Im Forschungsprojekt des Centers for Social & Health Innovation wird die Akzeptanz der HPV-Impfung in der Tiroler Bevölkerung im Alter von 21 bis 30 Jahren untersucht. HPV steht für das humane Papillomavirus, eine Gruppe von Viren, die sexuell übertragen werden und für verschiedene Krebsarten, darunter Gebärmutterhalskrebs, verantwortlich sind. Es gibt Impfungen, die vor den häufigsten HPV-Typen schützen und somit helfen können, krebsverursachende Infektionen zu verhindern, doch nur weil es die Impfung gibt, heißt das nicht, dass sie auch angenommen wird. Was hindert bzw. motiviert junge Menschen sich impfen zu lassen? – Eine wesentliche Frage im Gesundheitswesen.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management

HISM - Health Influencers on Social Media

 

Soziale Medien sind zu einer wichtigen Quelle für gesundheitsbezogene Informationen geworden. Jede*r kann gesundheitsbezogene Inhalte in den sozialen Medien erstellen und teilen, und einige Nutzer ziehen eine große Zahl (vornehmlich) junger Anhänger an. Solche Nutzer werden auch "Influencer" genannt, weil ihre Inhalte eine hohe Reichweite haben und die Einstellungen und das Verhalten der Empfänger beeinflussen können. Das Forschungsteam interessiert sich besonders für die sogenannten "Health Influencer". Diese Influencer können eine gesundheitsfördernde Wirkung haben, wenn sie zum Beispiel evidenzbasierte Informationen weitergeben und junge Menschen zu einem gesunden Lebensstil inspirieren. Sie können aber auch negative Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben, wenn sie kommerziellen Interessen dienen oder Fehlinformationen verbreiten. Das Projektteam untersucht in diesem Zusammenhang drei Schlüsselfragen: (1) Wer sind die prominentesten Gesundheitsinfluencer, mit denen sich junge Menschen beschäftigen? (2) Welche Gesundheitsthemen werden von ihnen behandelt? (3) Wie wirkt sich das Verfolgen dieser Influencer auf die Gesundheitseinstellungen und das Gesundheitsverhalten der Jugendlichen aus? Um Einflussfaktoren zu identifizieren, wird ein Citizen-Science-Projekt mit jungen Menschen initiiert. Dabei übernehmen Schüler*innen aus ganz Österreich die Rolle von Forschenden und beteiligen sich z. B. an der Erstellung einer einzigartigen Datenbank von Gesundheitsinfluencern. Zudem werden die Forscher:innen eine Inhaltsanalyse der Influencer-Accounts und -Posts durchführen, auf der Profilebene (z. B. Geschlecht, Reichweite, Fachwissen) sowie auf der Beitragsebene (z. B. Themen der Beiträge, Evidenzgrad, Frames). Schließlich wird eine Längsschnittbefragung mit Jugendlichen durchgeführt, um die Auswirkungen des Folgens von Gesundheitsinfluencern in sozialen Medien zu verstehen. Die Projektergebnisse werden eine ganzheitliche Perspektive auf die Rolle von Gesundheitsinfluencern bei der Informationsaufnahme junger Menschen bieten. Erste Belege für die Auswirkungen dieser Influencer sollen so geliefert werden. Auf der Grundlage der Ergebnisse wird das Forschungsteam Leitlinien zur Bekämpfung von Fehlinformationen im Gesundheitsbereich und zur Nutzung des positiven Potenzials von Gesundheitsinfluencern in ausgewählten und personalisierten Medienumgebungen ableiten.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Raffael Heiss, MA | Health Policy & Communication
Prof. Dr. Raffael Heiss, MAHealth Policy & Communication
 Elena Engel, MA | Projektmitarbeiterin
Elena Engel, MAProject Assistant

Wirkungsmessung Beschäftigungsprojekte Tirol

In dem Bestreben, den Erfolg sozialökonomischer Betriebe in Tirol zu messen und die Lebensbedingungen der Teilnehmer*innen zu verbessern, wird ein umfassendes Konzept entwickelt. Das Projekt zielt darauf ab, zentrale Erfolgskriterien zu identifizieren, zu messen und in eine Datenbank zu integrieren, um einen Prototyp für die Messung individueller und programmspezifischer Ergebnisse zu schaffen. Ziel ist es, die entscheidende Rolle, die diese Unternehmen bei der positiven Veränderung von Lebensumständen spielen, hervorzuheben. Der methodische Ansatz kombiniert quantitative und qualitative Methoden, um sowohl handfeste als auch weniger greifbare Vorteile zu erfassen, und geht damit über herkömmliche Kennzahlen hinaus. Die Einbeziehung einer Co-Creation-Methode gewährleistet die Zusammenarbeit der Stakeholder bei der Gestaltung von Erfolgskriterien und Instrumenten zur Wirkungsmessung.So sollen die weiterreichenden Auswirkungen von sozioökonomischen Unternehmen sichtbar gemacht werden und deren weitere Entwicklung unterstützt werden.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management
FH-Prof. Dr. Nils Mevenkamp | Statistik & Empirische Sozialforschung
Prof. Dr. Nils MevenkampStatistics & Empirical Social Research

Soziale Probleme & Soziale Arbeit in der Zeitenwende

 

  • Status: abgeschlossen
  • Weitere Projektbeteiligte: Lena Rolvering

 

Seit 2022 steht Österreich in Zeiten „der Bewährung in multiplen Krisen". Die Nachwirkungen der Covid-19-Pandemie und der Angriffskrieg in der Ukraine wirken sich unmittelbar auf das gesellschaftliche Leben aus. Soziale Probleme haben sich intensiviert. Die professionelle Soziale Arbeit und ihre Praktiker:innen sind diesen Entwicklungen und weiteren multiplen professionsbezogenen Herausforderungen tagtäglich konfrontiert. Für das Projekt ist zentral von Interesse, wie die Sozialarbeitenden mit diesen Prozessen und der gegenwärtigen Kumulation sozialer Problemlagen umgehen und ob bzw. wie sich ihre Handlungs- und Interventionsweisen hieran wandeln. Das Forschungsdesign ist qualitativ-explorativ und multi-methodisch angelegt. Mittels der Erhebung von Alltagsjournalen und anschließenden teil-narrativen und -problemzentrierten Interviews mit Sozialarbeitenden aus drei verschiedenen Handlungsfeldern in Tirol werden die relevante Aspekte professioneller Handlungsweisen im Kontext kontemporärer, multipler und interdependenter Krisen abgebildet, analysiert und disziplinär aufgearbeitet.

CSHI Projekt Team

 Moritz Reisberger, BA MA | Wissenschaftliche Assistenz & Projektmanagement
Moritz Reisberger, BA MATeaching & Research Assistant

PulsCare - Erhebung und Analyse der Pflegesituation in den Regionen KUUSK und Kitzbühler Alpen zur Bewältigung des Pflegenotstandes

Das Forschungsprojekt "Erhebung und Analyse der Pflegesituation in den Regionen KUUSK und Kitzbühler Alpen" wird im Rahmen des Projektes PulsCare durchgeführt und adressiert die zunehmende Bedeutung von Pflegekräften angesichts des demografischen Wandels und thematisiert den Fachkräftemangel im Gesundheitssektor. Ziel ist es, die Pflegesituation in den genannten Regionen umfassend zu verstehen, Strukturen, Herausforderungen und Ressourcen zu analysieren und eine fundierte Grundlage für nachhaltige Maßnahmen zu schaffen. Durch die Einbindung von Pflegeeinrichtungen, Gesundheitsdienstleistern und anderen Stakeholdern soll nicht nur eine Sofortmaßnahme, sondern auch ein langfristiges Netzwerk etabliert werden. Die Methodik umfasst Literaturarbeit aufbauend auf vorherigen Studien, drei Fokusgruppen mit verschiedenen Stakeholdern und die Anwendung von Co-Creation durch eine Projektsteuerungsgruppe, um eine kontinuierliche Reflexion und einen interdisziplinären Austausch zu ermöglichen.

Basierend auf den Aussagen der Teilnehmenden der Fokusgruppen konnten vielfältige Handlungsfelder identifiziert werden. In einem weiteren Schritt wurden diese durch themenspezifische Informationen und/oder Best Practice-Beispielen aus der Literatur oder aus der Projektsteuerungsgruppe ergänzt. Die daraus entwickelten Vorschläge, die mögliche Strategien und Lösungsansätze aufzeigen, lassen sich hinsichtlich ihrer zeitlichen Umsetzbarkeit in drei verschiedene Kategorien unterteilen: kurzfristige, mittelfristige und langfristige Maßnahmen.

Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, den Herausforderungen in der Pflege in den betroffenen Regionen strukturiert und nachhaltig zu bewältigen. Grundsätzlich wird die Zukunft darin liegen, sich stärker aufeinander zuzubewegen, was die Organisation von Pflege betrifft, auf Synergien zu setzen und zu einem gewissen Grad die bisweilen einrichtungsbezogenen Partikularinteressen in der Versorgung von Patient:innen verstärkt zu einer Gesamtstrategie zusammenzuführen. Das bedeutet: einheitlichere Prozesse über mehrere Einrichtungen hinweg, Harmonisierung von Standards und digitalen Anwendungen zur besseren Kommunikation und einrichtungsübergreifenden Kooperation – bis hin zur Ermöglichung von Personalrotationen zwischen ambulanten und stationären Einrichtungen - „Pflege aus mehreren Händen aber unter einem Dach“. Wesentliche Schritte und Aktivitäten müssten zentral koordiniert werden. Ein guter Startpunkt wäre der gemeinsame Qualifizierungspool, da diese Kooperation Vorteile für alle Beteiligten bieten könnte.

Den Endbericht zum Forschungsprojekt gibt's hier.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management
 Anouk van Amerongen, BSc MA | Wissenschaftliche Assistenz & Projektmanagement
Anouk van Amerongen, BSc MATeaching & Research Assistant

Zielgruppenspezifische Befragung zur Frauengesundheit in Tirol

Das Forschungsprojekt "Zielgruppenspezifische Befragung zur Frauengesundheit in Tirol" greift die wachsende Bedeutung der Frauengesundheit auf, deren spezifische Herausforderungen bisher nur unzureichend erforscht sind. Unter Berücksichtigung psychischer Belastungen, ungleicher Care-Arbeit und biologischer Unterschiede sollen mittels einer umfassenden Befragung verschiedene Aspekte der Frauengesundheit in Tirol beleuchtet werden. Ziel des Projektes ist es, die Gesundheit von Frauen in Tirol ganzheitlich zu verstehen und fundierte Maßnahmen zur gezielten Verbesserung zu entwickeln.

Um ein ganzheitliches Bild der Frauengesundheit in Tirol zu erhalten, wurden in einer umfassenden Studie quantitative und qualitative Methoden kombiniert.

  • Quantitativer Teil: Rund 500 Frauen beantworteten einen ausführlichen Fragebogen zu Themen wie Soziodemographie, allgemeine und psychische Gesundheit, Work-Life-Balance, Gesundheitskompetenz, sexuelle und reproduktive Gesundheit, Menstruation, Menopause sowie frauenspezifische Präventionsmaßnahmen.

  • Qualitativer Teil: Ergänzend wurden 34 Frauen und Mädchen unterschiedlichen Alters, Bildungsniveaus und aus allen Bezirken Tirols interviewt. Dabei standen ihr Gesundheitsverhalten und der Zugang zum Gesundheitssystem im Mittelpunkt.

Die Ergebnisse der Studie geben einen umfassenden Einblick in frauenspezifische Gesundheitsbedürfnisse und Lebensbedingungen über verschiedene Altersgruppen hinweg. Sie bilden die Grundlage für die Entwicklung einer Frauengesundheitsstrategie Tirol, die konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Frauen ableitet.

Den Endbericht und die darauf aufbauende Frauengesundheitsstrategie finden Sie hier.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management
 Anouk van Amerongen, BSc MA | Wissenschaftliche Assistenz & Projektmanagement
Anouk van Amerongen, BSc MATeaching & Research Assistant

RehaKineTrain - Entwicklung eines Ausbildungsprogramms für Ausbilder in Kinesiotherapie und Rehabilitationstherapie in Burkina Faso

  • Status: abgeschlossen

  • ProjektpartnerAfrica Uni-Net, University of Ouahigouya

  • Weitere Projektbeteiligte: Barbara Lill-Rastern, Birgit Raffler

Dieses Projekt gibt uns die Möglichkeit, eine Partnerschaft zwischen dem Management Center Innsbruck (Mitglied des „Vereins zur Förderung der (Aus)Bildung von Sozial- und Gesundheitsberufen in Burkina-Faso“ - ZVR-Zahl: 1528043569) und Universitäten in Burkina Faso aufzubauen. Ziel dieses Projekts ist die Durchführung von Reflexionstreffen zur Entwicklung von Strategien für die Entwicklung und Umsetzung von pädagogischen Instrumenten, Lehrmethoden, Kursen und Modulen für die Ausbildung von Ausbilder:innen in paramedizinischen und Rehabilitationsberufen in Faso.

Dieses Projekt ist eine Folgemaßnahme zu einem Kolloquium über die paramedizinische und rehabilitative Versorgung, das im März 2019 in Burkina Faso stattfand. Ziel ist es, sich auszutauschen, ein Rahmenwerk zu erstellen und Veröffentlichungen über die Ausbildung von Ausbilder:innen für die paramedizinische und rehabilitative Pflege in Burkina Faso zu erstellen. Die Methodik besteht aus Treffen (Online und Präsenz) und Feldaktivitäten in Österreich und in Burkina Faso. Dies ermöglicht eine intensive und konstruktive Zusammenarbeit zwischen einer österreichischen Universität und einer burkinischen Universität in einem erforschten Bereich wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, etc. Die Ergebnisse dieses Projekts stehen im Lichte der Erreichung des dritten und vierten SDGs in Bezug auf „gute Gesundheit und Wohlbefinden“ und „hochwertige Bildung“.

So bieten die Treffen einen Rahmen für den Austausch von Wissen, Erfahrungen und Praktiken bei der Entwicklung eines Ausbildungsprogramms für Paramedizin und Rehabilitation an beiden Hochschulen.

CSHI Projekt Team

Prof. Dr. habil. Belachew Gebrewold | Leiter Department & Studiengang
Prof. Dr. habil. Belachew GebrewoldHead of Department & Studies

Armutsdynamik unter COVID-19

Die Auswirkungen der pandemiebedingten Maßnahmen in Österreich sind in weiten Bereichen der Gesellschaft sicht- und spürbar. Zu beziffern sind die unmittelbaren Auswirkungen nur schwer, jedoch wird anhand der Arbeitslosenzahlen deutlich, dass sie weitreichend und massiv sind. So sind im Dezember 2020 insgesamt 520.919 Menschen ohne Arbeit, rund 113.000 Personen mehr als im Dezember des Vorjahres. Im selben Zeitraum hat sich die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen um 37.000 Personen auf 136.3620 erhöht. Österreichweit sind mit Dezember 2020 beinahe 420.000 Personen in Kurzarbeit. Mehr als ein Viertel der Erwerbstätigen musste aufgrund der Pandemie mit Lohneinbußen, die vorwiegend aufgrund von Kurzarbeit zustande kamen, leben. Schon während des ersten Lockdowns stand 30% der Haushalte nur ein geringeres Einkommen zur Verfügung. Weiter wurde die Zunahme armutsgefährdeter Familien schon im Frühjahr 2020 deutlich und verstärkte sich im Jahresverlauf zusehends. Tirol ist von diesen Entwicklungen massiv betroffen. Im Vergleich zu Dezember 2019 waren mit Dezember 2020 um 145.4% mehr Personen arbeitslos oder in Schulungen des AMS zu verzeichnen. Der Zuwachs bei Langzeitbeschäftigungslosen liegt in Tirol bei 76.4% seit Dezember 2019. Die Pandemie als exogener Schock für die Gesundheits- und Sozialsysteme stellt auch eine langfristige Herausforderung auf individueller Ebene dar.

Mit April 2021 startete das 9-monatige Projekt. Anhand einer qualitativen Befragung wurde der Input von Betroffenen, aber auch beratenden Instanzen, aufgearbeitet und analysiert. Im Zuge des Projektes wurde jenen Menschen eine Stimme gegeben, die in den letzten Monaten ihre Arbeit verloren haben, unter starken finanziellen Druck geraten und deren Einkommens- oder Ausbildungsmöglichkeiten weggebrochen sind. Es ging um das Erfassen von Armutserfahrungen, Prekarisierung, Abstiegsängsten bzw. -erfahrungen, Wohnungsverlust oder die Sorge davor. Aber auch resiliente Strategien im Umgang mit diesen Ereignissen unter den krisenhaften Entwicklungen und Auswirkungen der Pandemie sollten beleuchtet werden.  Der Einfluss sozialer Netzwerke war hier ebenso im Fokus wie die vorhandene wohlfahrtsstaatliche Infrastruktur oder individuelle Praktiken des Sparens, der Konsumvermeidung (worauf muss verzichtet werden, wie wird priorisiert) oder Nachbarschaftshilfe.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management

Verschreibungsverhalten und -wissen österreichischer Ärzt:innen: Eine Querschnittsbefragung

Verschreibungsfehler stellen ein erhebliches Risiko für die Patientensicherheit dar und haben weitreichende Auswirkungen auf das gesamte Gesundheitssystem. Das derzeitige System unterstützt Ärztinnen und Ärzte nicht ausreichend bei der komplexen Aufgabe der korrekten Verschreibung von Medikamenten. Herausforderungen wie begrenzte Sprechstundenzeiten, Patientendruck und ungenaue Diagnosen führen zu einer Über- oder Unterverschreibung von Medikamenten. Um dieses Problem anzugehen, wurde im Rahmen einer Masterarbeit eine Online-Umfrage entwickelt, die darauf abzielt, das Wissen jener, die an vorderster Front der Medikamentenverschreibung stehen, direkt zu erfassen: Österreichs Ärztinnen und Ärzte. Ziel dieser umfassenden Befragung war es, die Einstellungen der Ärztinnen und Ärzte, ihre berufliche Praxis und ihren Informationsstand zu erfassen – und damit erstmals einen nationalen Einblick in die wahrgenommene Überverschreibung von Medikamenten in Österreich zu gewinnen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die geschätzte Überverschreibungsrate in Österreich bei 33,0 % liegt, während Ärztinnen und Ärzte für ihr eigenes Fachgebiet eine Rate von 26,9 % und für ihre individuelle Praxis von 16,6 % angaben. Besonders auffällig: Fachärztinnen und Fachärzte schätzten die Überverschreibung signifikant geringer ein als Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner, wohingegen Faktoren wie Geschlecht, Berufserfahrung, Wissensstand oder Bundesland keinen nachweisbaren Einfluss zeigten. Als am häufigsten überverschriebene Medikamentenklassen wurden Protonenpumpenhemmer und Antibiotika identifiziert – ein Befund, der sich mit internationalen Forschungstrends deckt. Als Haupttreiber der Überverschreibung nannten die Befragten Patientenwünsche, gefolgt von Zeitdruck. Zudem berichteten Ärztinnen und Ärzte mit einer hausinternen, gewinnorientierten Apotheke von einer höheren Überverschreibungsrate in der eigenen Praxis, was auf mögliche wirtschaftliche Anreize hindeutet und weiterer Untersuchung bedarf. Im internationalen Vergleich liegt Österreichs Überverschreibungsrate über jener des Vereinigten Königreichs, jedoch unter jener der USA – ein Befund, der den Bedarf an gezielten Interventionen und verstärkten Aufklärungsmaßnahmen im österreichischen Gesundheitssystem unterstreicht.

Genauere Ergebnisse sind in der Publikation zugänglich. 

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Raffael Heiss, MA | Health Policy & Communication
Prof. Dr. Raffael Heiss, MAHealth Policy & Communication
Assoz. FH-Prof. Ayman Fouda, PhD | Health Economics
Assoc. Prof. Ayman Fouda, PhDHealth Economics

Mental Health Literacy in Children (Psychosoziale Gesundheitskompetenz bei Kindern)


Die aktuelle Covid-19-Pandemie hat die Relevanz von Gesundheitskompetenz im Allgemeinen und psychosozialer Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen im Speziellen sowie Potenziale in Hinblick auf Förderung der Gesundheitskompetenz dieser Altersklasse aufgezeigt und die Notwendigkeit zur Messung der mentalen Gesundheitskompetenz verschärft. Psychosoziale Gesundheit wird durch die bestehenden Messinstrumente zur Messung von Gesundheitskompetenz bei Kindern und Jugendlichen wenig bzw. nicht ausreichend abgedeckt. Es bedarf daher einer systematischen Aufarbeitung des komplexen Themas für die Zielgruppe der 10- bis 13-Jährigen, besonders im Hinblick auf die Folgeerscheinungen für die psychosoziale Gesundheit und des Wohlbefindens inmitten der Coronapandemie. Im Rahmen dieses Projektes wird in engem Austausch mit Expert*innen ein Fragebogen konzipiert, welcher eine reliable Messung der psychosozialen Gesundheitskompetenz für Schüler*innen in Tirol ermöglicht. Anhand einer ausführlichen Literaturrecherche und qualitativen Interviews mit Schulpsycholog*innen, Pädagog*innen, und Sozialarbeiter*innen werden Kernkategorien identifiziert und in ein altersgerechtes quantitatives Messinstrument übersetzt. Der Fragebogen misst einerseits die subjektive Selbsteinschätzung der Kinder zum Thema psychosoziale Gesundheit, andererseits geben objektive Quizfragen einen Einblick in die angewandte Gesundheitskompetenz. Eine quantitative Testung des Fragebogens gibt erste Einblicke in die aktuell herrschende Situation der psychosozialen Gesundheit und des Wohlbefindens bei Tiroler Kindern und Jugendlichen. Das Projekt schafft so einerseits einen wissenschaftlichen Mehrwert und gleichzeitig eruiert es wichtige Implikationen für pädagogische Bildungseinrichtungen sowie Entscheidungsträger*innen. Mit Hilfe des Fragebogens können in Zukunft informierte und wissenschaftlich gestützte Entscheidungen zur gezielten Förderung der psychosozialen Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen in Tirol getroffen werden.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Raffael Heiss, MA | Health Policy & Communication
Prof. Dr. Raffael Heiss, MAHealth Policy & Communication

gesund.tirol

Herz- und Gefäßerkrankungen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen weltweit. Klassische Risikofaktoren hierfür sind beispielsweise Übergewicht, erhöhte Blutfette oder Lebensstilfaktoren wie Rauchen oder mangelnde körperlicher Aktivität. Die übergeordnete klinische Studie EVA4YOU beschäftigt sich mit der Häufigkeit und den Ursachen früher Gefäßalterung bei Jugendlichen und hat zum Ziel, (1) Risikofaktoren für Herz- und Gefäßerkrankungen sowie frühe Gefäßalterung bei Jugendlichen zu erheben, (2) Jugendliche über ein Jahr zu beobachten und (3) die körperliche Aktivität der Jugendlichen zu steigern.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass gesundheitsbezogene Einstellungen und Verhaltensangewohnheiten bereits während des Aufwachsens entwickelt werden und im Erwachsenenalter nur mehr schwer zu beeinflussen sind. Folglich erzielen Interventionen bei Kindern und Jugendlichen einen weitaus größeren Impact, als bei Personen im Erwachsenenalter.

Als Teil der Studie EVA4YO begleitet das Forschungsprojekt 500 Tiroler Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren über einen Zeitraum von 12 Monaten. Die ersten sechs Monate wird eine wissenschaftliche Gesundheitsintervention, die den Schwerpunkt auf Bewegung legt, durchgeführt. Dafür erhalten die Schüler*innen Fitnesstracker, welche sie über die Dauer von 12 Monaten tragen und welche das Bewegungsverhalten der Jugendlichen aufzeichnen. Gleichzeitig wird geschaut, ob Interventionen in Form von Motivationsmechanismen zu einer Steigerung der Bewegung bei den Jugendlichen beitragen. Bei den Basisuntersuchungen und Befragungen zu Beginn der Studie werden zusätzlich ökonomische Entscheidungsspiele zur Messung von Zeit- und Risikopräferenzen durchgeführt.

Die Langzeitmessung erlaubt die Beobachtung und Erklärung intraindividueller Entwicklungen im Gesundheitsbewusstsein, dem Lebensstil sowie der vaskulären Gesundheit der Jugendlichen. Der Effekt einer kontrollierten Intervention auf die körperliche Aktivität von 500 Teilnehmenden wird mittels quantitativer Methoden evaluiert.

CSHI Projekt Team

Assoz. FH-Prof. Ayman Fouda, PhD | Health Economics
Assoc. Prof. Ayman Fouda, PhDHealth Economics

Health Literacy - „Die Messung der Gesundheitskompetenz von Kindern“

Gesundheitskompetenz kann in zweierlei Perspektiven in den Blick genommen werden, einerseits als Basis von Gesundheitsförderung bzw. als Fähigkeit, die dabei unterstütz, gesundheitsförderliche Entscheidungen zu treffen, und andererseits auch als Ziel der Gesundheitsförderung. Daten zur Gesundheitskompetenz der Österreicher*innen liegen derzeit primär für Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren vor und beziehen sich auf die Ergebnisse der europaweiten HLS-EU Studie. Die Zielgruppe des Projekts umfasst daher Kinder beider Geschlechter in der 4. – 6. Schulstufe (somit im Alter von 9 – 13 Jahren) und ist begrenzt auf das Bundesland Tirol. Durch das Fehlen angemessener Instrumente zur Messung der Gesundheitskompetenz von Kindern und Jugendlichen in der betreffenden Altersgruppe beschäftigt sich der erste Teil des Projekts mit der Konzipierung, Diskussion und Gestaltung eines Erhebungsinstruments. Der zweite Teil umfasst die Durchführung qualitativer Fokusgruppen zur Evaluation und Fundierung des Erhebungsinstruments sowie einer schriftlichen Befragung von ca. 1000 Kindern und Jugendlichen. Teil Drei des Health Literacy Projekts umfasst die Auswertung, Berichterstellung und Dissemination der Studie. Die quantitativen Ergebnisse der Studie sollen im Anschluss mit den lokalen Vertreter:innen der Arbeitsgruppe Tirol, sowie nationalen und internationalen Expert*innen im Rahmen von Expert*innenworkshops diskutiert und Handlungsempfehlungen aus den Studienergebnissen abgeleitet werden. Der für die Entwicklung des Instrumentes erarbeitete Literaturüberblick als auch die Zwischenergebnisse zum Erhebungsinstrument wurden bereits im Oktober 2021 auf der 6. Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK) vorgestellt.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management
FH-Prof. Dr. Raffael Heiss, MA | Health Policy & Communication
Prof. Dr. Raffael Heiss, MAHealth Policy & Communication

FFG - Moveeffect

Das Center for Social & Health Innovation unterstützte das Projekt "Life Coach" mit Expertenwissen in der Konzeptionierung und Datenauswertung zu unterschiedlichen Anreizsystemen zur Motivationssteigerung in den Aspekten Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit. Die wissenschaftliche Begleitung orientierte sich an zwei Zielsetzung, die beide für die Erreichung von positiven Gesundheitszielen fundamental sind: 1) Motivationsfaktoren und Anreizsysteme für die aktive Nutzung und Interaktion mit dem Life Coach, sowie 2) Motivationsfaktoren und Anreizsysteme für eine erfolgreiche Umsetzung einer Verhaltensänderung. Die wissenschaftliche Begleitung umfasste drei zentrale Aktivitäten, die Teil eines fortlaufenden Optimierungszyklus waren. Erstens wurde eine Analyse des aktuellen Forschungsstandes durchgeführt und die Befunde daraus in die Entwicklung des Prototyps eingespeist. Zweitens wurde der Prozess der Testung durch qualitative Interviews begleitet, die individuelle Erfahrungen mit der App erhoben. Drittens wurden die im App-System gesammelten quantitativen Daten mit inferenzstatistischen Analysen ausgewertet. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung wurden final in die weitere Entwicklung der App utilisiert.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management
 Laura Anna Schamberger, BSc MA | Assistenz & Projektmanagement
Laura Anna Schamberger, BSc MAAssistant & Project Manager

Pilotstudie „Sexismus im Alltag – Wahrnehmung und Erscheinungsformen in Tirol"

Der Begriff Sexismus benennt die systematische Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts. Sexistische Handlungen können – wie auch andere Formen von Diskriminierungen – unbewusst und bewusst vorkommen. Alle Menschen können von Sexismus betroffen sein, wobei Frauen meist in anderer Form und in weitaus höherem Ausmaß betroffen sind als Männer. Die Basis von Sexismus bilden gesellschaftliche Ungleichheitsverhältnisse und Geschlechterstereotype. Dabei werden traditionelle Rollenbilder, Umgangsweisen und ungleiche gesellschaftliche Bedingungen als gegeben angesehen. Sexismus hat vielfältige Erscheinungsformen und zeigt sich in allen Bereichen der Gesellschaft: am Arbeitsplatz, in Institutionen, in der Werbung, in Sprache, im Internet, im Alltag, an verschiedenen Orten und in unterschiedlichen Formen. Da Sexismus als eine der zentralen Grundlagen von Gewalt gegen Frauen angesehen werden kann, hat die Beschäftigung mit diesem Thema und die Entwicklung von Gegenstrategien angesichts der in Österreich hohen Anzahl an Femiziden in der jüngeren Vergangenheit (wieder) eine besondere Brisanz bekommen. Sexismus ist nach wie vor ein weit verbreitetes Phänomen, wie auch in einer kürzlich veröffentlichten Studie in Deutschland belegt wurde. 44 Prozent aller Frauen und 32 Prozent aller Männer erleben Situationen, in denen sie persönlich Adressatin beziehungsweise Adressat sexistischer Zeichen und Übergriffe sind. Sexismus ist demnach omnipräsent, ist nicht auf einen Alltagsbereich und nicht auf bestimmte Gruppen der Gesellschaft beschränkt. In Tirol wurde das Thema Sexismus in den letzten Jahren vermehrt öffentlich diskutiert. Im Juli 2020 starteten 15 Tiroler Frauenorganisationen einen Aufruf zum Dialog über Sexismus und forderten in einer gemeinsamen Erklärung dazu auf, „sich einzumischen und solidarisch zu sein“ . Ebenfalls im Sommer 2020 wurde im Tiroler Landtag beschlossen, eine Studie zum Thema „Sexismus im Alltag – Wahrnehmung und Erscheinungsformen in Tirol“ in Auftrag zu geben, aus der Maßnahmen zu Verbesserung der Situation abzuleiten sind.

Im November & Dezember 2021 fanden daher im Auftrag des Landes Tirol Fokusgruppen im Rahmen der Pilotstudie „Sexismus im Alltag – Wahrnehmung und Erscheinungsformen in Tirol" statt. Zudem führte unser Projektpartner L&R Sozialforschung eine Onlinebefragung zum Thema "Sexismus im Alltag: Einstellungen und Erfahrungen in Tirol" durch. Die Ergebnisse beider Erhebungen sollen dazu dienen, Erfahrungen, Einschätzungen und Perspektiven von Menschen, die in Tirol leben, zu diesem Thema kennenzulernen. Die Ergebnisse aus den Fokusgruppen können dem Ergebnisbericht entnommen werden.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management

TWF - Working Poor: Resilienzstrategien in prekären Arbeitsverhältnissen

Working Poor, In-Work-Poverty oder auch Arbeit und trotzdem arm sind Begriffe, die jene Umstände bezeichnen, in denen das Einkommen, das über Erwerbsarbeit generiert wird, nicht ausreicht, um ein tägliches Auskommen zu bestreiten. Gemäß der Definition von Eurostat sind Einzelpersonen im erwerbsfähigen Alter zwischen 18 und 64 Jahren von Armut bedroht, wenn diese länger als sechs Monate arbeiten und dabei ihr jährliches Äquivalenzeinkommen unter 60% des nationalen Haushaltsmedianeinkommens liegt. Die aktuelle Armutsgefährdungsschwelle (Mai 2020) liegt laut Armutskonferenz bei 1.286€ monatlich für einen Einpersonenhaushalt. Der Wert erhöht sich um den Faktor 0,5 pro weitere erwachsene Person im Haushalt und um den Faktor 0,3 pro Kind (unter 14 Jahre) im Haushalt. In Österreich waren 2019 16,9% der Bevölkerung (1.472.000 Personen) als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet einzustufen. In Tirol waren während des Bemessungszeitraums von 2015 bis 2017 19,7% der Tiroler*innen betroffen. Die Gründe sind vielfältig und kumulieren sich gehäuft bei Kindern und Jugendlichen aus Ein-Eltern-Haushalten, Familien mit drei und mehr Kindern, Alleinerziehenden, Menschen mit Migrationshintergrund, Erwerbslosen und Personen über 65 Jahren. Vielfach ist Arbeit der entscheidende (sicher nicht ausschließliche) Faktor, welcher Teilhabechancen definiert. Armut ist meist ein Ausdruck vielfältiger Problemlagen im Lebensverlauf, deren Ursprung und Handhabe differieren.

Ziel des mit April 2021 gestarteten qualitativen Projekts war es, unvoreingenommen wie offen den Lebensalltag von Personen, die trotz Arbeit arm sind, abzubilden. Dabei sollten die Expert*innen für prekäre Lebenslagen, die Betroffenen selbst, zu Wort kommen. Zudem wurde die einzigartige Möglichkeit genutzt, Personen zu befragen, die im Rahmen des ESF geförderten Projekts „Case Management für Working Poor“ in Tirol begleitet wurden, um auch die Zugangswege, hilfreiche wie hemmende Einflüsse und Erfahrungen gezielter Unterstützungsmaßnahmen erfassen zu können. Schlussendlich wurde die Bereitstellung von Anhaltspunkten zur Vermeidung und Beendigung von „in-work-poverty“ angestrebt. Darüber hinaus wurde im Zuge der Corona-Maßnahmen ein allgemeiner Blick auf Armutslagen in Tirol gerichtet. Gefördert wurde das Projekt aus Mitteln des Landes Tirol.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management

Pflege in Tirol - Ideen, Perspektiven, Strategien & Zukunft

  • Status: abgeschlossen

  • Projektpartner: Amt der Tiroler Landesregierung

  • Weitere Projektbeteiligte: Friederike Sahling, Valerie Reinthaler, Jakob Spencker, Nina Wüstner, Magdalena Meindlhumer

Das Center for Social & Health Innovation arbeitete im Auftrag Landes Tirol an dem Thema "Pflege in Tirol – Ideen, Perspektiven, Stragien & Zukunft". Das Projekt verfolgte die explorative Annäherung an neue Wege in der Pflege und wissenschaftliche und evidenzbasierte Begleitung des politischen Diskurses zur Festlegung einer Pflegestrategie für das Land Tirol. Dies passierte unter Einbezug und Aufarbeitung bestehender Expertise, bereits vorliegender Daten und des Stimmungsbildes zum Thema Pflege in Tirol.

Mittlerweile wurden die Ergebnisse in Form eines Endberichts an das Land übergeben. Eine ausführlichere Darstellung der Ergebnisse sowie des Projektablaufs, der Methodik und Best-Practice-Beispiele können dem Endbericht Pflege in Tirol – Ideen, Perspektiven, Strategien & Zukunft entnommen werden, der zum Download zur Verfügung steht.

Ergänzend findet sich hier die Dokumentation zur Veranstaltung „Pflegevorsorge Tirol: Bedarf – Bedürfnisse – Würde“, die im Kontext des Projektes in Zusammenarbeit mit RollOn Austria durchgeführt wurde, um „...Menschen, die gepflegt werden, sowie Menschen, die pflegen, eine Stimme zu geben und ihre Expertise sowie Erfahrungen einzufangen“.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Siegfried Walch | Leiter Department & Studiengang
Prof. Dr. Siegfried WalchHead of Department & Studies
FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management

Evaluation des Programms "Gütesiegel Gesunde Schule Tirol" - TGKK

Das "Gütesiegel Gesunde Schule Tirol"-Programm (GSCHT) verschreibt sich einem ganzheitlichen Gesundheitsbegriff, welcher eine individuelle Verhaltensänderung zugunsten eines gesünderen Lebens bewirken soll. Eine Sensibilisierung des Themas Gesundheit soll bei Kindern und Jugendlichen wie auch bei entscheidungsrelevanten Personen im schulischen Kontext (z.B. Lehrer*innen) vorangetrieben werden. Die Etablierung gesundheitsfördernder Strukturen und Prozesse soll eine Stärkung der individuellen Selbstwirksamkeit (Empowerment) und des psychosozialen und physischen Wohlbefindens der Schüler*innen bewirken.

Ziel der Evaluation war 1) die Umsetzung der Gütesiegel-Kriterien in den einzelnen Schulen, 2) den Begleitprozess der Konzipierung und Implementierung und 3) die Wirkung des Programms auf Schüler*innen zu überprüfen. Zur Anwendung kam dabei ein Mixed-Method Ansatz aus qualitativen und quantitativen Methoden. Die gesamtsystematische Analyse erfolgte dabei in zwei Work-Packages:

Work-Package 1 folgte der qualitativen Forschungslogik und umfasste die Dokumentenanalyse sowie Gruppendiskussionen mit Beteiligten um hemmende bzw. förderliche Faktoren im Zuge der Konzipierung und Implementierung des Gütesiegel GSCHT-Programms zu identifizieren.

Work-Package 2 befasste sich mit der Wirkung des Programms auf Schüler*innen (Wohlbefinden, Empowerment etc.). Dabei wurde eine dreiteilige Panelanalyse mit Schüler*innen aus Gütesiegelschulen durchgeführt.

Mit Juli 2019 startete die Rekrutierung von Gütesiegelschulen, die Entwicklung des Fragebogens für die dreiteilige Panelanalyse und die Dokumentenanalyse anhand bereitgestellter Unterlagen (Anträge, Evaluierungsprotokolle, Maßnahmenkataloge) der TGKK. Ab September 2019 war das Forschungsteam des CSHI zudem mit der Durchführung von Fokusgruppen an Gütesiegelschulen beschäftigt. Im Zuge der COVID-19 Pandemie wurde die Befragung ab Welle 2 noch um COVID-19 Themen ergänzt. Darunter fielen Einstellungen, Wissen und Verhaltensweisen in Bezug auf COVID-19.

CSHI Project Team

FH-Prof. Dr. Raffael Heiss, MA | Health Policy & Communication
Prof. Dr. Raffael Heiss, MAHealth Policy & Communication
FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management

Gesundheit am Wirtschaftsstandort Tirol - Prävention

Die Standortagentur Tirol und das MCI führten gemeinsame ein Forschungsprojekt zur Gesundheit am Wirtschaftsstandort Tirol im Präventionsbereich durch. Dieses Projekt diente der Begleitung der seitens der Standortagentur Tirol im 1. Quartal 2021 durchzuführenden Gesundheitsstudie „Perspektive Gesundheit Tirol“.

Die Studie befasste sich mit der Frage, wie sich Tirol bis 2030 zu einer Spitzenregion in Europa im Bereich Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität entwickeln kann. Dabei wurde einerseits auf die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung abgezielt. Ziel ist der Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen für die Bevölkerung und Vermittlung von Gesundheitswissen, um gute Lebensqualität während des gesamten Lebenslaufs zu erhalten und zu verbessern. Dafür gilt es der Gesundheit zuträgliches Verhalten zu incentivieren und Ansätze wie Gesunde Gemeinde oder Gesunde Schule indikatorenbasiert, messbar, flächig zu etablieren und zu institutionalisieren. Das Ausmaß der gesunden, selbständig gestaltbaren Lebensjahre (nicht die Lebenserwartung allein) dienen hier als Maßstab für den Erfolg. In Summe gilt es das Gesundheitswissen, das Gesundheitsverhalten und gesundheitsfördernde wie – ermöglichende Strukturen gleichermaßen auszubauen und zu verbessern.

Des Weiteren nahm die Studie Gesundheitsförderung und -prävention in den Fokus. Das Ziel war die Verschränkung der öffentlichen und privatwirtschaftlichen Gesundheitsdienstleistungen, um das Ausmaß der schleichenden Pandemie „Zivilisationskrankheiten“ zu reduzieren. Indikatoren sind hier die Wirkung von Gesundheitsförderung und Prävention auf die Risikofaktoren für Diabetes Mellitus Typ II, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, chronische Atemwegserkrankungen oder psychische Erkrankungen.

Schlussendlich wollten zwei Aspekte für Tirol erforscht werden:

  • Evidenzbasierte Einsatz von Mitteln für Gesundheitsförderung und Prävention

  • Multiprofessionelle Primärversorgung, z.B. durch die Einbindung der Sozialen Arbeit

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Siegfried Walch | Leiter Department & Studiengang
Prof. Dr. Siegfried WalchHead of Department & Studies
FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management

Sozialraumorientierte Versorgung von Menschen mit Beeinträchtigungen in der Grenzregion Bayern /Tirol

In ländlichen Strukturen sind eine bedarfsgerechte Versorgung sowie das Wunsch- und Wahlrecht für Menschen mit Beeinträchtigung in der Regel schwieriger zu realisieren als in städtischen Kontexten. Obwohl in Deutschland und Österreich die gleiche Sprache gesprochen wird und Menschen mittlerweile ganz selbstverständlich in dem einen Land wohnen, in dem anderen Land arbeiten, einkaufen oder ins Krankenhaus gehen, nehmen Menschen mit Beeinträchtigung Teilhabeleistungen schwerpunktmäßig in ihrem jeweiligen Heimatland wahr. Dies liegt neben fehlenden grenzübergreifenden Angeboten auch an mangelnder Kenntnis der Angebotsstrukturen und Zugangsweisen im Nachbarland sowie fehlendem Wissen um persönliche Rechte. Durch das Projekt wurden bestehende Angebote und Leistungen im Sozialraum erhoben, durch 5 Fokusgruppen (2 x Betroffene, Angehörige, Institutionen, Politik) und Interviews wurde Wissen über die Wahrnehmung von Teilhabeleistungen im Beschäftigungsbereich im Sozialraum, über Hürden und Perspektiven sowie ungedeckte Bedarfe generiert. Durch eine moderierte Großgruppenveranstaltung (Betroffene und Fachleute) wurde zusätzliches Wissen generiert und erste Erkenntnisse multipliziert. Begleitend wurde ein Rechtsgutachten erstellt, das legistische und administrative Barrieren und Möglichkeiten bei der Wahrnehmung grenzüberschreitender Teilhabeangebote aufzeigt. Dabei wurden die Erkenntnisse aus den Fokusgruppen und der Großgruppenveranstaltung einbezogen. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden zu einer Handlungsempfehlung für weiterführende Angebote für den Sozialraum Grenzregion abgeleitet und für Betroffene und Fachkräfte wie auch für die Sozialpolitik zugänglich gemacht. Dies erfolgte durch eine Broschüre (Fachöffentlichkeit und Sozialpolitik) sowie durch eine Onlineplattform, auf der die Ergebnisse verständlich aufbereitet, Leistungen und Angebote im Sozialraum dargestellt und weitere Informationen dargereicht wurden.

Interreg

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management

FoodExplorer: Ein Citizen Science Projekt zur Verbesserung des Nahrungsangebots im Schulumfeld

In der modernen Konsumgesellschaft sind Jugendliche zunehmend den Vermarkungsstrategien von gewinnorientierten Produktionsunternehmen ausgesetzt. In diesem Kontext ist es von besonderer Bedeutung, dass Jugendliche informierte und bewusste Entscheidung über ihre tägliche Nahrungszufuhr treffen. Das Projekt FoodExplorer setzte sich mit genau diesem Problem auseinander. Dabei wurden innovative Methoden zur aktiven Einbindung der Jugendlichen in den Forschungsprozess und die Entwicklung von langfristigen Lösungsansätzen angewendet. Insgesamt bestand das Projekt aus zwei Kernmodulen: Im Citizen Science Modul beobachteten und dokumentierten Jugendliche aktiv das Nahrungsangebot in ihrem Schulumfeld. Im Anwendungsmodul verwerteten sie die Befunde ihrer eigenen Forschung und entwickelten innovative Lösungsansätze mit dem Ziel das Nahrungsangebot im Schulumfeld langfristig zu verbessern.

Citizen Science Modul. In der ersten Phase des Projekts entwickelte das Projektteam ein in der Projektwebsite integriertes Food-Tracking Tool, über das die Jugendlichen Nahrungsangebote in ihrem Schulumfeld dokumentieren konnten. Dieses wurde zunächst mit einer Pilotklasse getestet und das Feedback der Schüler*innen eingearbeitet. Im Anschluss wurde die Datensammlung ausgeweitet und ein crowdsourcing-Prozess stimuliert, der eine repräsentative Erhebung des Nahrungsangebots im Schulumfeld ermöglichte. Die Ergebnisse wurden dann in den Klassen vor Ort vorgestellt und diskutiert.

Anwendungsmodul. Im Anwendungsmodul ging es dann darum, die über das Food-Tracking Tool gesammelten Daten zu verwerten. Dabei überlegten sich die Jugendlichen selbstständig, welche Innovationen es im Schulumfeld benötigt, um das Nahrungsangebot gesünder zu machen. Zur Projektentwicklung wurden Workshops in den Klassen organisiert, in denen die Schüler*innen in Gruppen Vorschläge ausarbeiteten. Die besten Vorschläge wurden dann an einem Science-Innovation Event am Management Center Innsbruck Entscheidungsträgern präsentiert und ausgezeichnet.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Raffael Heiss, MA | Health Policy & Communication
Prof. Dr. Raffael Heiss, MAHealth Policy & Communication

Reaktionen auf Fehlinformationen in Europa

Während der COVID-19 Pandemie kam es zu einem starken Anstieg an Fehlinformation auf Social Media. In diesem Projekt stellten wir uns die Frage, welche Maßnahmen (responses) Regierungen und Public Health Organisationen in Europe getroffen haben, um Fehlinformation und zu bekämpfen. Zu diesen Strategien zählen: Mobilisierung von Task Forces, Online Kommunikation, Einbindung von Expert*innen, Einschränkung des Informationsflusses, und die Stärkung der Medien und Gesundheitskompetenz.

Der Beitrag zu den Befunden wurde hier veröffentlicht.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Raffael Heiss, MA | Health Policy & Communication
Prof. Dr. Raffael Heiss, MAHealth Policy & Communication

COVID-19: Umfrage zu sozialen Indikatoren

  • Status: abgeschlossen

  • Weitere Projektbeteiligte: Sascha Gell, Siegfried Walch, Esther Röthlingshofer, Claudia Zoller

Das Center for Social & Health Innovation hat eine online Panel-Umfrage durchgeführt, um potentielle soziale Konsequenzen der COVID-19-Pandemie zu untersuchen. In der ersten Welle wurden 1024 Östereicher*innen befragt, in der zweiten Welle wurde bei 632 Personen nachgefasst. Vordefinierte demographische Quoten wurden auf der Basis von Statistik Austria Bevölkerungsdaten verwendet. Die zweite Welle fand im Juni 2020 statt. Die Datenerhebung wurde durch Dynata, einer privaten Marktforschungsfirma, umgesetzt. Die Studie beinhaltet Indikatoren zu den Informationsgewohnheiten der Menschen, ihren Einstellungen gegenüber den COVID Regierungsmaßnahmen, ihrem Wissen und ihren Ängsten im Zusammenhang mit der Krise.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Raffael Heiss, MA | Health Policy & Communication
Prof. Dr. Raffael Heiss, MAHealth Policy & Communication
FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management

Wissensbasiertes Management von COVID-19: Modellentwicklung Risikomanagement Wintertourismus 2020/21 in Tirol & Vorarlberg

  • Status: abgeschlossen

  • Projektpartner: Land Tirol, Land Vorarlberg

  • Weitere Projektbeteiligte: Friederike Sahling, Hubert Siller, Janosch Untersteiner, Cora Mantel, Nadine Lackner, Petra Luttinger, Lorena Stern

Die zurückliegenden Jahre, Monate und Wochen waren von kontroversen Debatten über Risiken, die vom Coronavirus SARS-CoV-2 ausgehen, geprägt. Individuelles wie gesellschaftliches Handeln und Leben mussten entsprechend ausgerichtet werden, was auch für den Bereich Tourismus gilt. Die Bundesländer Tirol und Vorarlberg sind stark vom Tourismus geprägt, gleichzeitig wird er als ein ausschlaggebender Faktor unter anderen für die Entwicklung des Infektionsgeschehens von COVID-19 in Europa diskutiert. Dementsprechend unterlag die Branche bereits im Sommer 2020 besonders in Hinblick auf die anstehende Wintersaison einer genauen Beobachtung im In- und Ausland. Krisenmanagement alleine war zu wenig, um sich für die Wintersaison 2020/21 vorzubereiten. Folglich, waren die Erwartungen und Ansprüche an ein fundiertes Risikomanagement im Tourismus für die Wintersaison 2020/21 mit COVID-19 hoch.

Das Forschungsprojekt „COVID-19 – Risikomanagement Wintertourismus 2020/2021“ folgte mit Projektbeginn im Juli 2020 dem Ansatz, die Vorbereitung des Tiroler und Vorarlberger Tourismus, auf Grundlage bisheriger Erfahrungen und vorhandenen Wissens, in Bezug auf die Handhabung zukünftiger Risiken in Verbindung mit COVID-19 wissenschaftlich zu betrachten und zu evaluieren. Mit Unterstützung der Länder Tirol und Vorarlberg wurde erhoben, ob und inwieweit Entscheidungsträger*innen im Tiroler und Vorarlberger Tourismus bzw. weitere beteiligte Akteure die mit der COVID-19-Ansteckungsgefahr verbundenen Risiken erkennen und im eigenen Umfeld identifizieren, bewerten und schließlich in den Abläufen der eigenen Umgebung berücksichtigen können.

Hierfür kam ein Mixed-Method-Ansatz aus qualitativen und quantitativen Methoden zum Einsatz. Theoretische Grundlage bildeten die aktuellen, wissenschaftlichen Erkenntnisse, Fachliteratur und praktischen Erfahrungen in Form bereits vorliegender Konzepte für das Management von Infektionsrisiken und andere Veröffentlichungen (z. B. Gesetze, Handreichungen aus Ministerien und WKO). Die gesamtsystematische Analyse beinhaltete vorangestellte Fokusgruppen mit touristischen Kernleistungsträger*innen in den Modellregionen St. Anton am Arlberg und Alpbach wie auch den Input der Region Lech-Zürs zu Projektbeginn. Daran anschließend erfolgte eine quantitative (Online-Fragebogen) und qualitative Erhebung (Expert*inneninterviews), um Potenziale, Bedarfe und Herausforderungen zu identifizieren.

Die Veröffentlichung der Ergebnisse aus der ersten Phase erfolgte mit dem Leitfaden für den Wintertourismus – Wissensbasiertes Management von COVID-19: Modellentwicklung Risikomanagement Wintertourismus. In einem nächsten Schritt wurden die Ergebnisse aus Phase I in Form von konkreten Maßnahmenvorschlägen für ein COVID-19 Risikomanagement im Wintertourismus in eine weitere Online-Erhebung überführt und von einer erweiterten Zielgruppe diskutiert. Die Ergebnisse, Analysen, Methodik, den Erhebungsablauf und abgeleiteten Bedarfe für den Tiroler und Vorarlberger Wintertourismus des gesamten Forschungsprojektes können dem Endbericht Wissensbasiertes Management von COVID-19: Modellentwicklung Risikomanagement Wintertourismus entnommen werden.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Siegfried Walch | Leiter Department & Studiengang
Prof. Dr. Siegfried WalchHead of Department & Studies
FH-Prof. Dr. Nils Mevenkamp | Statistik & Empirische Sozialforschung
Prof. Dr. Nils MevenkampStatistics & Empirical Social Research
FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management
 Moritz Reisberger, BA MA | Wissenschaftliche Assistenz & Projektmanagement
Moritz Reisberger, BA MATeaching & Research Assistant

Strukturierte und systematische wissenschaftliche Retrospektive der Novelle des Tiroler Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsgesetzes

Der Einfluss institutioneller Fördersysteme in der Kinderbetreuung ist von hohem Interesse für alle wirtschafts- und gesellschaftsorientieren wissenschaftlichen Teilbereiche. Dass sozialpolitische, insbesondere familienpolitische Rahmenbedingungen wie auch gesellschaftliche Konventionen entscheidende Determinanten für die Erwerbstätigkeit sind, ist bekannt, und besonders Mütter sind davon über die Maße betroffen. Das Land Tirol hat gemäß § 38 Abs. 1 des Tiroler Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsgesetzes (TKKG) den Erhaltern Tiroler Kinderbetreuungseinrichtungen Förderungen zu gewähren. Folgende Forschungsinteressen bzw. Zieldimensionen waren gegeben:

  • Retrospektive Erfahrungen, Umsetzungsstrategien und administrative Implikationen im Zusammenhang der Novelle des TKKG (LGBI. Nr. 66/2019) zu erfassen und aufzuarbeiten. Welche Faktoren des neuen Fördersystems wirken hemmend oder förderlich in der Praxis des Betreuungsangebots bzw. –ausbaus auf lokaler Ebene.

  • Ableitend aus dieser Zieldimension ergibt sich die Notwendigkeit der gezielten Erfassung statistischer Daten die das Finanzgebaren wie Budgetsituation, Handhabe der Elternbeiträge und Personalstand sowie –struktur der Erhalter Tiroler Kinderbetreuungseinrichtungen außerhalb der Förderungen durch das Land Tirol abbildet, um diese ins Verhältnis zu den berichteten Erfahrungswerten zu stellen. Infolge sollen die Förderleistungen des Landes mit aufgenommen werden, um die budgetäre Gesamtsituation der Erhalter evidenzbasiert in die Untersuchung einfließen zu lassen.


Das CSHI interpretierte die Novelle LGBl. Nr. 66/2019, sowie die Förderrichtlinie der Landesregierung, bezüglich der Finanzierung von Kinderbetreuungseinrichtungen im größeren Kontext gesellschaftlicher, politischer, ökonomischer und sozialer Kontexte. Zudem sollte dies zur möglichen Verbesserung der Betreuungsstrukturen in Tirol und dem damit verbundenen Anspruch zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen. Für die Erarbeitung des formulierten Forschungsinteresses wurde ein Mixed-Methods-Forschungsansatz verwendet. Das Erhebungsdesign folgte dabei einem fully mixed concurrent equal status design bzw. einem convergent parallel mixed method Ansatzes. Bei der Grundpopulation wurde von 897 Kinderbetreuungseinrichtungen in Tirol ausgegangen, wobei die Zahl der Erhalter um etwa 500 tendiert. Die qualitative Stichprobe wurde anhand der Kriterien theoretischen Samplings erstellt und umfasste 31 Expert*inneninterviews zur Erhebung retrospektiver Erfahrungswerte. Eine quantitative Vollerhebung, welche ca. 900 Einrichtungen umfasst, wurde ebenfalls angestrebt, um Budgetdaten, Trägerstrukturen, Personalkapazitäten und Beitragszahlungen der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten zu erfassen.

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management
 Moritz Reisberger, BA MA | Wissenschaftliche Assistenz & Projektmanagement
Moritz Reisberger, BA MATeaching & Research Assistant

Forschungsförderung Caritas

Die Angebote der Caritas sind vielfältig und erstrecken sich über die unmittelbare Hilfe in Notsituationen bis hin zur Unterstützung für Familien, Kinder und Jugendliche sowie für Menschen mit Sucht oder Beeinträchtigungen. Neben den Tätigkeiten in Österreich ist die Caritas auch international aktiv. Diese vielfältigen Tätigkeiten und Angebote der Caritas führen auch dazu, dass sie sich die Organisation dynamischen und facettenreichen Problemstellungen widmet. Gesellschaftliche, soziale, politische wie auch ökonomische Entwicklungen bringen immer wieder neue Herausforderungen mit sich. Nicht immer sind diese in ihren Wirkungen, Zusammenhängen und wechselseitigen Einflüssen offensichtlich. An den Grundauftrag der Caritas anschließend, sich den existenziellen sozialen Herausforderungen anzunehmen, einen Beitrag zur Bildungsarbeit zu leisten und die Vernetzung und Kooperation relevanter Partner:innen in allen erdenklichen gesellschaftlichen Funktionen voranzutreiben, haben sich das Center for Social and Health Innvoation (CSHI) des Management Centers Innsbruck (MCI) und die Caritas der Diözese Innsbruck auf eine Zusammenarbeit verständigt.

Dabei sollen Studierende gefördert werden, die sich aktiv mit Problemstellungen der täglichen Arbeit der Caritas auseinandersetzen wollen. Im Zuge kollaborativer Forschungsprojekte werden aus der täglichen Praxis der Caritas entlehnte Fragestellungen wissenschaftlich ergründet und mögliche Lösungsansätze entwickelt. An der konkreten Fragestellung orientiert, übernimmt das CSHI dabei eine mediatisierende Rolle, um Studierende wie Lehrende aller Studiengänge anzusprechen und zur Teilnahme zu motivieren. Alle Masterstudierende des MCI können sich in einem Ideenwettbewerb, in dem sie ein Konzept zur wissenschaftlichen Beforschung der von der Caritas formulierten Themen erarbeiten, um eine Forschungsförderung bewerben. Als Grundlage für die Erarbeitung fundierter Lösungen unterstützt die Caritas die Studierenden durch die Bereitstellung von Daten, den Zugang zu relevanten Zielgruppen sowie die Ermöglichung von Einblicken in die jeweiligen Abläufe der Organisation. Die Kombination aus Praxisperspektive und wissenschaftlich fundierter Begleitung soll es den Studierenden ermöglichen,  einen Beitrag zur Lösung existenzieller gesellschaftlicher Herausforderungen zu leisten. Um dieses Ziel zu erreichen, stellt die Caritas eine finanzielle Förderung bereit, um einerseits die Leistungen der mit der Forschung betrauten Studierenden anzuerkennen und gleichzeitig auch die Qualität der Datengrundlage wie etwaige Aufwände für die Erhebung zu gewährleisten.

Themenschwerpunkte 2021

  • Integration und Anschluss von abgehängten Jugendlichen in den (Aus)Bildungssektor bzw. Arbeitsmarkt

  • Alterseinsamkeit in Corona-Zeiten

  • Beratung im Zwangskontext


Themenschwerpunkte 2019

  • Individuelle motivationale Aspekte der Freiwilligenarbeit in Alterspension

  • Erwerbsparallele Freiwilligenarbeit vor der Alterspension (Rolle von Arbeitgeber:innen)

CSHI Projekt Team

FH-Prof. Dr. Lukas Kerschbaumer | Leiter Bachelorstudiengang Sozial-, Gesundheits- & Public Management
Prof. Dr. Lukas KerschbaumerHead of Bachelor's Program Social, Health & Public Management
FH-Prof. Dr. Raffael Heiss, MA | Health Policy & Communication
Prof. Dr. Raffael Heiss, MAHealth Policy & Communication

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